Wenn am Nachmittag Deutschland gegen Südkorea antritt, sind viele Fans noch bei der Arbeit. Ob sie das Spiel schauen dürfen, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein Überblick.

Heute Anpfiff im Büro? Oft teilen Arbeitgeber die Fußballbegeisterung ihrer Mitarbeiter.
Die WM-Spielregeln im Büro stimmen viele Firmen mit ihren Mitarbeitern individuell ab.

Die WM-Spielregeln im Büro stimmen viele Firmen mit ihren Mitarbeitern individuell ab.

dpa

Die WM-Spielregeln im Büro stimmen viele Firmen mit ihren Mitarbeitern individuell ab.

Düsseldorf. Nach dem Zittersieg gegen Schweden wollen viele Fußballfans am MIttwochnachmittag ab 16 Uhr das WM-Spiel gegen Südkorea auf keinen Fall verpassen – auch wenn sie noch arbeiten müssen. Darf man das Spiel im Büro anschauen? „Rechtlich ist die Lage klar“, sagt Dr. Wolfgang Fell, Fachanwalt für Arbeitsrecht, in Düsseldorf: „Solange der Chef nicht erlaubt hat, das Spiel am Bildschirm zu verfolgen, muss gearbeitet werden, da darf die Übertragung auch nicht nebenbei laufen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man für einen Livestream die Firmentechnik oder das Smartphone benutzt.“

Viel Spielraum erlaubt der Arbeitgeber nicht. Wolfgang Fell: „Der Arbeitnehmer hat sich im Arbeitsvertrag verpflichtet, die vereinbarte Arbeitsleistung zu erbringen, und muss sich daher während der Arbeitszeit grundsätzlich auf seine Arbeit konzentrieren, darf sich also nicht über fast zwei Stunden ablenken lassen. Das gilt nicht nur für Krankenhäuser oder Produktionsbetriebe, sondern auch für alle typischen Bürojobs.“

Daher rät der Arbeitsrechtler davon ab, „heimlich“ das Spiel zu sehen, dies wäre eine Verletzung des Arbeitsvertrages, die abgemahnt werden kann. „Am besten stimmen sich die Fußballfans mit ihrem Chef ab, wie der Betriebsablauf aufrechterhalten werden kann, die ausgefallene Zeit kann ja auch nachgearbeitet werden. In vielen Fällen werden sich dann Lösungen ergeben.“

Entscheidend sei, was betriebsüblich ist. Oft teilen Arbeitgeber und Mitarbeiter natürlich die Fußballbegeisterung und sind großzügig. Wenn es etwa immer schon erlaubt ist, während der Arbeitszeit Radio zu hören, kann man auch Fußball im Radio verfolgen. Ist das private Surfen auf der Arbeit sonst erlaubt, spricht vermutlich nichts gegen einen gelegentlichen Blick auf den Live-Ticker – wenn es die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt.

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