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Bundestrainer Joachim Löw (M.) stand nach der Landung in Frankfurt am Main im Fokus. Foto: Andreas Arnold

Bundestrainer Joachim Löw (M.) stand nach der Landung in Frankfurt am Main im Fokus. Foto: Andreas Arnold

Die Zukunft von soll sich erst nächste Woche entschieden. Foto: Ina Fassbender

Für das DFB-Team geht es mit dem Mannschaftsflieger in Richtung Heimat. Foto: Ina Fassbender

dpa, Bild 1 von 3

Bundestrainer Joachim Löw (M.) stand nach der Landung in Frankfurt am Main im Fokus. Foto: Andreas Arnold

Frankfurt (dpa) - Nach einem Krisengipfel im «Mannschaftsflieger» hinterließ ein müder und vom historischen WM-K.o. gezeichneter Joachim Löw die Fußball-Nation ratlos.

«Der Schmerz hält mich noch gefangen», sagte der Bundestrainer nach der Landung auf dem Frankfurter Flughafen. Eine klare Aussage zu seiner Zukunft vermied der 58-Jährige erneut. «Ich muss mich selber hinterfragen. Es braucht Zeit, ein paar Gespräche, und dann werden wir eine klare Antwort geben», sagte Löw. Ein einfaches Weiter-so kann und darf es aber auch aus seiner Sicht nicht geben. «Es braucht tiefgreifende Maßnahmen, es braucht klare Veränderungen. Das müssen wir jetzt besprechen, wie wir das tun», sagte Löw.

Auf den Zeitgewinn hatten sich an Löws Sitzplatz in Reihe 2 der Sondermaschine aus Moskau eine Viererrunde mit DFB-Präsident Reinhard Grindel, Manager Oliver Bierhoff, Kapitän Manuel Neuer und dem Bundestrainer bei einem Gespräch verständigt. Die Verbandsführung scheint Löw den Neuaufbau einer Mannschaft noch zuzutrauen.

«Keine Schnellschusshandlungen», empfahl Bierhoff, der eine «knallharte Analyse» ankündigte: «Die Situation ist bei ihm wie nach jedem Turnier, das muss man erstmal sacken lassen.» Bierhoff glaubt aber auch: «Die Energie kommt schnell wieder. Dann muss man die Ärmel hochkrempeln und die Mannschaft wieder auf Kurs bringen.»

Man sei an Bord übereingekommen, dass die Sportliche Leitung um Bierhoff und Löw der Verbandsspitze in der kommenden Woche eine erste Turnieranalyse vorlegen werde, sagte Grindel: «Und dann rechne ich damit, dass der Bundestrainer sich zu seiner Zukunft äußern wird.» Der Verbandschef forderte dazu auf, «kühlen Kopf zu bewahren».

Kapitän Neuer hielt sich bei der Frage zu Löws Zukunft zurück: «Das steht uns Spielern nicht zu, darüber zu urteilen.» Der 32 Jahre alte Torwart erklärte die Spieler zu den Hauptschuldigen: «Das Wort Wut spielt eine Rolle. Wir haben vieles vergeigt. Wir wissen, dass wir die Protagonisten sind, die es nicht auf den Platz gebracht haben.»

Weg, ganz schnell weg, hieß es für Neuers Teamkollegen nach der Landung in Deutschland. Eine Kolonne schwarzer Limousinen stand im VIP-Bereich bereit, um die gestürzten Weltmeister zu ihren weiteren Zielen zu fahren. Schon am Morgen hatte der riesige DFB-Tross fast fluchtartig nach dem größten anzunehmenden WM-Unfall das ungeliebte Stammquartier in Watutinki im Teambus verlassen, auf dem in großen, weißen Lettern das Motto prangte: «Zusammen. Geschichte schreiben.»

Zusammen lief bei dieser WM nichts. Geschichtsschreibung sollte die erste erfolgreiche deutsche Titelverteidigung sein. Das Projekt endete mit dem ersten Vorrunden-Aus, für das der Bundestrainer am Tag nach dem 0:2 gegen Südkorea nochmals «die Hauptverantwortung» übernahm. «Die Betroffenheit und der Schock sitzen immer noch tief», erklärte Bierhoff. «Veränderungen» müssten die Konsequenz sein.

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