Manuel Neuer
Manuel Neuer spricht nach der Ankunft des DFB-Teams mit den Journalisten. Foto: Andreas Arnold

Manuel Neuer spricht nach der Ankunft des DFB-Teams mit den Journalisten. Foto: Andreas Arnold

dpa

Manuel Neuer spricht nach der Ankunft des DFB-Teams mit den Journalisten. Foto: Andreas Arnold

Kasan (dpa) - Kapitän Manuel Neuer will auf dem Tiefpunkt der deutschen WM-Geschichte vorangehen.

«Ich habe immer versucht, Verantwortung zu übernehmen, die Mannschaft mitzunehmen und zu motivieren. Aber natürlich gehöre ich mit dazu und bin auch ein Gesicht derjenigen, die dafür mitverantwortlich sind», sagte Neuer als Anführer des entzauberten Weltmeisterteams. «Ich habe jetzt nicht vor, aufzuhören.» Der 32-Jährige betonte gleich nach der Landung in Frankfurt, dass die «Spieler in erster Linie in der Verantwortung stehen».

Ein personeller Umbruch steht nach dem WM-K.o. in Russland an, Rücktritte könnten bevorstehen. «Ich will da nicht spekulieren. Das werden wir im Laufe der kommenden Tage und Wochen mitgeteilt bekommen», sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. «Ich habe kein Anzeichen dafür, aber das muss im Augenblick nichts heißen.»

Der als viermaliger Champions-League-Sieger hochdekorierte Toni Kroos mochte nicht vorschnell über die weitere Zukunft orakeln. «Keiner hat damit gerechnet, dass wir hier rausgehen, der Trainer am wenigsten. Von daher ist es normal, dass er hier keine großen Ansagen macht und das erstmal für sich analysieren will», sagte der 28-Jährige nach dem Tief- und Schlusspunkt beim 0:2 gegen Südkorea in Kasan.

Der erst 28 Jahre alte Kroos ließ das Ende einer goldenen Generation offen. «Weiß ich nicht. Es war ja in der Vergangenheit immer so, dass Turniere Zeitpunkte waren für Veränderungen. Es war ja vor vier Jahren auch so. Und es waren ja Teile dieser Generation jetzt auch dabei», sagte Real-Star Kroos.

Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker beendeten gleich nach dem Triumph von Rio ihre DFB-Laufbahn. Andere Führungsfiguren wie Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski folgten zwei Jahre später nach der EM. Weitere Brasilien-Sieger könnten nach der Russland-Blamage folgen. Neuer ist wohl der einzige aus der aktuellen Ü30-Generation, der selbst über seinen Verbleib in der Nationalelf entscheiden kann. Der kurz vor der WM fit gewordene Torhüter gehörte noch zu den wenigen DFB-Spielern, die nicht versagten in Russland.

Der jeweils nur eingewechselte Angreifer Mario Gomez (32 Jahre), 2014 nicht dabei, und der ernüchternd schwache Mittelfeldmann Sami Khedira (31) stehen alleine vom Alter her schon nicht für einen Neuaufbau. «Ich brauche jetzt erstmal ein paar Tage, um das zu verarbeiten», sagte Teamsenior Gomez nach dem 0:2 gegen Südkorea.

Die nach der Erdoğan-Affäre in die Kritik geratenen Mesut Özil (29) und Ilkay Gündogan (27) müssten sich erst wieder in ihren Vereinen als sportlich unverzichtbar erweisen, um nach der WM-Aufarbeitung weiter fixe Größen sein zu können. Die Weltmeister Mats Hummels, Jérôme Boateng (beide 29), Kroos und Thomas Müller (28) sind wie Marco Reus (29), Sebastian Rudy oder Jonas Hector (beide 28) noch im guten Alter. Doch eine weitere WM ist für alle noch in weiter Ferne, womöglich sind auch nicht mehr alle bei der EM 2020 dabei.

Anzeige
Anzeige

Beilage Fußball WM 2018

Multimedia

Die besten Fußballer-Zitate

Ob Stürmer, Torwart oder Trainer: Auf dem Platz machen sie eine gute Figur. Aber wenn's ans Reden geht, wird's schwierig. Da hat man "vom Feeling her ein gutes Gefühl" oder erkennt mit messerscharfem Verstand, dass "alles von den Medien hochsterilisiert" ist. Wir haben einige verbale Blutgrätschen... mehr

Die WZ in Sozialen Netzwerken

Beilage Public Viewing

VIDEOS SPORT


Fotogalerie

Top 15: Die Kapitäne der Nationalelf

Bastian Schweinsteiger ist der neue Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft und tritt damit in Fußstapfen von Beckenbauer, Ballack und Bierhoff. Doch wer trug die Binde am Häufigsten? Unsere Top 15 verrät es. mehr