WM 2018 - Kroatien - England
Luka Modric aus Kroatien bejubelt den 2:1 Sieg gegen England. Ob es nach dem Finale gegen Frankreich auch Grund zur Freude gibt, wird sich am Sonntag zeigen.

Luka Modric aus Kroatien bejubelt den 2:1 Sieg gegen England. Ob es nach dem Finale gegen Frankreich auch Grund zur Freude gibt, wird sich am Sonntag zeigen.

Damir Senߨar

Luka Modric aus Kroatien bejubelt den 2:1 Sieg gegen England. Ob es nach dem Finale gegen Frankreich auch Grund zur Freude gibt, wird sich am Sonntag zeigen.

Nur noch zwei Spiele – und dann ist die WM 2018 Geschichte. Faszinierend, wie schnell so ein Turnier vorbeirauscht. In der Vorrunde hat man das Gefühl, unendliche Wochen mit täglich zwei Fußballspielen vor sich zu haben. Aber mit der K.O.-Phase geht es Schlag auf Schlag. Schade eigentlich, denn es war unterm Strich eine sehr gute WM mit guter Stimmung – auch dank des unerwartet starken russischen Teams. Andererseits ist es aber auch gut, weil man in den Halbfinals deutlich gesehen hat, dass die Spieler mit ihren Körpern und ihren Nerven kämpfen. Besser, im Sinne von Leichtigkeit und Kreativität, wird eine WM nicht, wenn es aufs Finale zugeht. Stattdessen geht es um Willen, Nehmerqualität und die Bereitschaft, über die eigenen Grenzen zu gehen. Die meisten Spiele erinnern unter diesem wahnsinnigen Druck, nicht verlieren zu dürfen, selbst auf dem hohen technischen Niveau des modernen Fußballs eher an Schlachten als an Kunst. Kurz: Sie werden so, wie ich es als aktiver Spieler am meisten geliebt habe. In diesen Alles-oder-Nichts-Spielen war ich am besten. Ich habe die Anspannung geliebt, den Nervenkitzel, die Atmosphäre. Vor dem Fernseher, zugegeben, kommt dieser Kampf oft als Krampf rüber.

Insofern haben wir in beiden Halbfinals erstaunlich guten Fußball gesehen. Mit Frankreich steht einer der Favoriten im Finale. Die Franzosen vereinen unglaubliches Talent, Tempo und Kreativität mit enormer Routine und taktischer Disziplin. Sie sind das reifste und beste Team des Turniers, auch wenn ich die Belgier persönlich noch etwas spannender fand und den Hut davor ziehe, wie viele gute Spieler dieses kleine Land hervorbringt. Seit der EM 1980, als wir sie im EM-Finale geschlagen haben, hat Belgien wieder eine goldene Generation. Aber zum Titel fehlt ein kleines, aber entscheidendes Stück Abgeklärtheit. Jenes Finale 1980 habe ich übrigens ohne das Wissen unserer Teamärzte mit einer gebrochenen Mittelhand gespielt. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, wegen der Schmerzen auf ein EM-Finale zu verzichten.

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