James Rodriguez
Falcaos Mittelfeldkollege James Rodriguez glaubt an die Chancen Kolumbiens. Foto: Mauricio Duenas Castaneda

Falcaos Mittelfeldkollege James Rodriguez glaubt an die Chancen Kolumbiens. Foto: Mauricio Duenas Castaneda

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Falcaos Mittelfeldkollege James Rodriguez glaubt an die Chancen Kolumbiens. Foto: Mauricio Duenas Castaneda

Belo Horizonte (dpa) - Was ist Kolumbien ohne seinen Top-Torjäger Radamel Falcao wert? Diese Frage stellt sich die Fußball-Fachwelt und das ganze südamerikanische Land vor dem Weltmeisterschafts-Auftakt der «Cafeteros» an diesem Samstag (18.00 Uhr) in Belo Horizonte gegen Griechenland.

Ihr argentinischer Trainer José Pekerman glaubt trotz der personeller Ausfälle «ganz fest» an seine Spieler. «Welche Mannschaft hätte hier nicht gerne einen wie Falcao als Mittelstürmer gehabt? Aber die Verletzungen liegen hinter uns, und wir sind stark. Das wird man morgen sehen», sagte Pekerman bei der Abschlusspressekonferenz in Belo Horizonte. Er habe eine «erfolgshungrige Mannschaft, mit Lust zu siegen».

Nachdem Falcao, der 60-Millionen-Mann vom AS Monaco, nach seinem Kreuzbandriss nicht rechtzeitig fit geworden ist, sollen Teofilo Gutierrez (River Plate/Argentinien) im offensiven Mittelfeld, Jackson Martínez (FC Porto) und Carlos Bacca (FC Sevilla) die Tore bei der ersten WM-Teilnahme seit 16 Jahren schießen. Der künftige Dortmunder Profi Adrian Ramos darf derzeit nur auf die Jokerrolle hoffen.

Der einzige Bundesliga-Legionär in den Reihen der Griechen ist dagegen gesetzt. Sokratis vom deutschen Vizemeister Borussia Dortmund hat als Abwehrchef im Team des portugiesischen Trainers Fernando Santos eine wichtige Rolle - und wird die Sehnsucht Kolumbiens nach Falcao wohl noch verstärken.

Ob der alternde Kapitän Georgios Karagounis (FC Fulham) am Samstag vor Sokratis die Fäden ziehen darf, ist dagegen offen. Bereit dazu fühlt sich der inzwischen 36 Jahre alte Europameister von 2004 jedenfalls - und scheut sich nicht vor einer Ansage: «Unser größtes Ziel ist die K.o.-Phase.» Daher sei der Auftakt von großer Bedeutung. «Das wichtigste Spiel für uns ist das gegen Kolumbien. Das ist unser erstes Spiel, und das ist ein gefährliches Team», sagte Karagounis vor seinem zweiten WM-Turnier nach dem in Südafrika 2010.

Dabei waren die Kolumbianer zuletzt von Ausfällen mächtig gebeutelt. Neben Falcao fehlen auch Edwin Valencia, Amaranto Perea und Aldo Ramírez. So hat der Achtelfinalist von 1990 und Südamerika-Meister von 2001 seine Rolle als Geheimfavorit eingebüßt. Dabei hatte die Mannschaft in der Südamerika-Qualifikation als Zweiter hinter Argentinien geglänzt.

Beim bislang letzten WM-Auftritt 1998 in Frankreich war Kolumbien in der Vorrunde gescheitert, Faryd Mondragon vergoss damals bittere Tränen. Inzwischen ist der Torhüter nur noch die Nummer zwei hinter David Ospinosa von OGC Nizza, aber seit dem 21. Mai auch schon 43 Jahre alt. Bei einem Einsatz könnte er zum ältesten Spieler der WM-Historie werden. Einen Spieler, der nach 16 Jahren Unterbrechung auf die WM-Bühne zurückgekehrt ist, gab es auch noch nie.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos wünschte der Mannschaft im Namen der Nation noch alles Gute. «Ich möchte ihr im Namen der 47 Millionen Kolumbianer unseren herzlichsten Gruß voller Unterstützung und Bewunderung schicken», sagte Santos in der kolumbianischen Stadt Neiva. An das Team schrieb er: «Tragt die 'Trikolore' auf euren Schultern, spielt gut, schießt viele Tore und macht Kolumbien alle Ehre.»

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