Bochum (dpa) - Im Wettskandal-Prozess am Bochumer Landgericht sollen am 12. Januar die ersten Fußballspieler in den Zeugenstand gerufen werden. Der Prominenteste unter ihnen ist Marcel Schuon, ehemaliger Profi des Zweitligisten VfL Osnabrück.

Schuon war wegen seiner Verwicklung in den europaweiten Wettbetrug bereits zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem hatte ihn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bis Ende August 2012 gesperrt. Bei der Vernehmung des 25-Jährigen geht es um Spiele des VfL Osnabrück gegen Carl Zeiss Jena, Augsburg und Nürnberg.

Laut Anklage wurden Schuon vor der Partie gegen den 1. FC Nürnberg vom 13. Mai 2009 Wettschulden in Höhe von 25 000 Euro erlassen. Sein damaliger Mannschaftskollege Thomas Cichon soll 5000 Euro Bestechungsgeld erhalten haben. Als Gegenleistung sollen Mitglieder der Wettmafia eine Niederlage von Osnabrück mit zwei Toren Differenz gefordert haben. Da die Partie damals tatsächlich mit 2:0 für Nürnberg ausgegangen ist, sollen sich die Wettgewinne bei diesem Spiel auf rund 17 000 Euro belaufen haben.

Bei der Partie gegen Jena vom 2. Mai 2008 soll Schuon gemeinsam mit einem weiteren Verdächtigen sogar selbst 50 000 Euro auf eine Niederlage der eigenen Mannschaft gesetzt haben. Hier hatte der Endstand allerdings 1:1 gelautet. Auch die 0:3-Niederlage gegen Augsburg vom 17. April 2009 soll laut Anklage von Schuon und Cichon mitverschuldet worden sein. Bei diesem Spiel hatte einer der in Bochum angeklagten Wettbetrüger fast 300 000 Euro Gewinn gemacht. Cichon bestreitet jede Verwicklung in den Wettskandal.

Vor der Vernehmung von Schuon sollen noch drei ehemalige Spieler des nordrhein-westfälischen Regionalligisten SC Verl vernommen werden. Vor dem Bochumer Landgericht müssen sich insgesamt vier Angeklagte verantworten, die in die Manipulation von über 30 Fußballspielen verstrickt gewesen sein sollen. Der Mittwoch ist bereits der 13. Verhandlungstag.

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