Hannover (dpa) - Die Fußball-Bundesliga ist nach Ansicht eines mutmaßlichen Wettbetrügers frei von Manipulation, unterhalb der deutschen Eliteklasse werden aber Spiele verschoben.

«Weiter unten geht es besser, auch in anderen Ländern. In Ligen, wo die Gehälter nicht so pünktlich gezahlt werden», sagte der Niederländer Paul Rooij dem Magazin «Stern». Rooij war vom früheren St. Pauli-Profi René Schnitzler beschuldigt worden, knapp 100 000 Euro für die Manipulation von Auswärtsspielen des FC St. Pauli gezahlt zu haben. Der Niederländer bestreitet dies ebenso wie eine Verwicklung in den Wettskandal: «Ich habe niemals ein Spiel verschoben.» Wegen Drogengeschäften saß Rooij bereits fünf Jahre im Gefängnis.

Dem Magazin liegen zudem nach eigenen Angaben interne Aussageprotokolle von weiteren Verdächtigen vor. Diese schildern demnach unabhängig voneinander, wie sie Zeugen waren, als Rooij den früheren Profi des damaligen Zweitligisten St. Pauli bestach. Unter den Zeugen sei in Marijo C. einer der Hauptverdächtigen im Bochumer Wettskandal-Prozess. Der Nürnberger habe gegenüber den Bochumer Ermittlern zu Protokoll gegeben, dass Rooij neben Schnitzler sogar noch vier weitere St.-Pauli-Spieler gekauft habe.

Beim Bundesligisten FC St. Pauli reagierte man überrascht auf die neuen Anschuldigungen. Von der Staatsanwaltschaft habe man nichts dergleichen gehört. «Wir wissen nichts davon, es ist für uns neu», sagte Pressesprecher Christian Bönig, «wir äußern uns nicht weiter dazu».

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