Düsseldorf (dpa) - Der frühere FIFA-Mitarbeiter Guido Tognoni hat dem Fußball-Weltverband vorgeworfen, zu wenig gegen Korruption zu unternehmen.

«Man kann der FIFA den Vorwurf nicht ersparen, dass sie zu wenig tut», sagte der einstige Manager und Pressesprecher der FIFA auf dem Sportbusiness-Kongress SpoBis in Düsseldorf.

In diesem Zusammenhang kritisierte er erneut das Verfahren des Verbandes bei der Vergabe von Weltmeisterschaften, das jüngst bei dem Zuschlag für Russland (2018) und Katar (2022) zu Spekulationen über Unkorrektheiten geführt hatte. «Wir wissen alle, wie es läuft», sagte Tognoni. Deshalb forderte er von der FIFA, die WM-Entscheidungen unanfechtbarer zu machen. «Es gibt Kriterien. Und die Bewerber, die sie erfüllen, sollten in einer Tombola ihren Sieger ermitteln», erklärte er.

Als zweite Lösung neben dem Los-Entscheid schlägt Tognoni eine strategische Vorgabe der FIFA bei der WM-Vergabe vor: Das Exekutivkomitee könnte eine Strategie entwickeln und festlegen, dass eine WM in den Osten oder an eine muslimische Region vergeben werden soll. «Dann hat man eine Vorauswahl», sagte Tognoni.

Für bedenklich hält Tognoni auch, dass sich die Politiker eines Landes immer stärker für den Erfolg einer Bewerbung engagieren. «Es ist maßlos übertrieben, dass dies zu einer Frage des nationalen Prestiges geworden ist», sagte er, «und dass sich Politiker für den Erfolg einer Bewerbung so verbiegen.»

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