Zahl der Polizeieinsätze hat sich erhöht. NRW kämpft dagegen an.

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Polizeikräfte müssen öfters gegen randalierende „Fans“ vorgehen. Bremen will die Veranstalter von Großereignissen wie Fußball-Spielen mit besonderem Risiko künftig an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligen.

Polizeikräfte müssen öfters gegen randalierende „Fans“ vorgehen. Bremen will die Veranstalter von Großereignissen wie Fußball-Spielen mit besonderem Risiko künftig an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligen.

dpa

Polizeikräfte müssen öfters gegen randalierende „Fans“ vorgehen. Bremen will die Veranstalter von Großereignissen wie Fußball-Spielen mit besonderem Risiko künftig an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligen.

Duisburg. Die Polizeieinsätze bei Spielen der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga sind in der abgelaufenen Saison im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Wie die Zentrale Informationsstelle für Polizeieinsätze ZIS in Duisburg Freitag mitteilte, seien bundesweit dafür insgesamt rund zwei Millionen Arbeitsstunden angefallen.

Bei den Strafverfahren (7863 an der Zahl) habe es einen Anstieg um 20 Prozent gegeben. „Die positive Entwicklung aus 2012/13 hat sich leider nicht stabilisiert“, erklärte Polizeidirektor Jürgen Lankes, Leiter der ZIS.

Für Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) sind diese Zahlen ein Grund mehr, für seinen NRW-Modellversuch mit reduzierten Polizeieinsätzen bei Nicht-Risikospielen zu werben. „Dieser Trend darf so nicht weitergehen. Knapp 1500 Polizistinnen und Polizisten haben so ein ganzes Jahr lang keine andere Aufgabe, als ausschließlich Fußballspiele zu begleiten“, sagte Jäger Freitag.

„Das kann man dem Bürger nicht mehr erklären.“ Jäger bewertete seinen NRW-Versuch als gelungen: „Unser Konzept funktioniert und bringt die gewünschten Ergebnisse.“ Ob jenes Konzept auch auf andere Länder umgesetzt werden kann, will der NRW-Innenminister bei der Ministerkonferenz mit seinen Kollegen besprechen.

Sogenannte Risikospiele lassen die Zahl der Verletzten ansteigen

Weniger Polizei ist aber auch nur das eine, das andere sind die Fakten: Die Zahl der Verletzten ist bundesweit um zwölf Prozent von 788 auf 896 gestiegen. Grund dafür seien einzelne Spiele mit „massiven Auseinandersetzungen“, hieß es im Jahresbericht der ZIS.

Dass weniger Polizei an dieser Stelle eben nicht mehr ist, glaubt Jäger widerlegen zu können: „Wir geben den friedlichen Fans mehr Freiraum und stellen gleichzeitig bei Risikospielen umfassende Polizeikräfte zur Verfügung.“

Etwa ein Drittel der Strafverfahren wurde wegen des Abbrennens von Pyrotechnik eingeleitet. Auch in diesem Bereich seien die Zahlen wieder angestiegen, nachdem es zuvor einen Rückgang gegeben hatte. Die Gefahr durch Pyrotechnik ist hoch: 164 Personen wurden verletzt.

In der 3. Liga sind sowohl die Einsatzstunden als auch die Anzahl an Verletzten um 14 Prozent gesunken.dpa/kup

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