Bastian Schweinsteiger und Timo Hildebrand spielten einst zusammen für Deutschland. Der Bayern-Profi reifte zum Weltstar, der Torhüter steht im Abseits.

Bastian Schweinsteiger
Bastian Schweinsteiger hat gut Lachen, während Timo Hildebrand Frust schiebt.

Bastian Schweinsteiger hat gut Lachen, während Timo Hildebrand Frust schiebt.

dpa

Bastian Schweinsteiger hat gut Lachen, während Timo Hildebrand Frust schiebt.

Düsseldorf. Das letzte seiner insgesamt sieben Länderspiele absolvierte Timo Hildebrand beim 0:3 gegen die Tschechische Republik in der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft am 17. Oktober 2007 in München. Auch Bastian Schweinsteiger war dabei, wurde in der 66. Minute gegen Mario Gomez ausgewechselt. Schweinsteiger wurde vom Fachmagazin „kicker“ zum Mann des Jahres gewählt, Timo Hildebrand ist Ende 2010 chancenloser zweiter Torwart bei Sporting Lissabon in Portugal und hat nur einen Wunsch für das Neue Jahr: „Ich will endlich wieder spielen.“

Es wird schwer werden. An die Nationalmannschaft darf er gar nicht mehr denken, in der Rangliste des „kicker“ taucht Timo Hildebrand gar nicht mehr auf, obwohl er weiter zu den besten deutschen Torleuten zählt. Unbestritten.

Hildebrand: Offenbar treffe ich nie den richtigen Ton, wenn ich kritisiere

Als es in Hoffenheim nicht mehr lief, machte Hildebrand den Mund auf, kritisierte seine Mitspieler und geriet bei Trainer Ralf Rangnick aufs Abstellgleis. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, Hildebrand, mit dem VfB Stuttgart 2007 deutscher Meister, stand auf der Straße. „Offenbar treffe ich nie den richtigen Ton, wenn ich Kritik anbringe“, sagt Hildebrand selbstkritisch. Nachdem in Hoffenheim Schluss war, quälten ihn lange Selbstzweifel, ein Angebot des Bundesliga-Aufsteigers FC St. Pauli schlug er aus und wurde, letzte Chance, Ersatztorwart bei Sporting. Und wartet auf eine Pannenserie von Sportings Nummer eins, Rui Patricio. Hildebrands große Sorge ist, alles nur noch negativ zu sehen. „Das will ich aber nicht, ich muss versuchen, es besser zu machen.“ Timo Hildebrand hängt sich ins Training. Was soll ein zweiter Torwart auch sonst tun?

Schweinsteiger: 2010 war das bisher beste Jahr meiner Karriere

Bastian Schweinsteiger scheint dagegen auf dem Zenit seiner Karriere. Seit er zuletzt gemeinsam mit Timo Hildebrand in der Nationalmannschaft spielte, ist es mit ihm nur bergauf gegangen. Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika wurde der Münchener zum wichtigsten Mann für Bundestrainer Joachim Löw, der Hildebrand vor der Europameisterschaft 2008 aussortiert hatte.

Bastian Schweinsteiger hat seinen millionenschweren Vertrag beim FC Bayern bis 2016 verlängert. „Er hat den Schritt zur absoluten Weltklasse gemacht“, sagt Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger. Für „Kaiser“ Franz Beckenbauer zählt Schweinsteiger gar „zu den besten Spielern, die es auf der Welt gibt“. Schweinsteiger ist sich der Bedeutung des Jahres 2010 bewusst: „Es war das bisher wichtigste Jahr meiner Karriere.“ Joachim Löw sagt: „Er ist eine große Persönlichkeit geworden.“ Der „Schweini“ von einst ist nicht mehr, heute ist Schweinsteiger einer der Anführer. Nicht nur beim Rekordmeister sondern auch in der Nationalmannschaft.

David Odonkor steht bei Betis Sevilla vor einer ungewissen Zukunft

Geboren am 1. August 1984 in Kolbermoor, seit 2002 beim FC Bayern München,  Vertrag bis 2016, 234 Bundesligaspiele und 24 Tore, 84 Länderspiele und 21 Tore, Erfolge: 5 Mal Deutscher Meister, 5 Mal Deutscher Pokalsieger, seit 2007 mit dem Model Sarah Brandner liiert

Geboren am 5. April 1979 in Worms, seit 2010 bei Sporting Lissabon, zuvor bei 1899 Hoffenheim (2009-2010), FC Valencia (2007-2008) VfB Stuttgart (1999-2007), 221 Bundesligaspiele, 7 Länderspiele, Erfolge: Deutscher Meister 2007, Spanischer Pokalsieger 2008

Timo Hildebrand beobachtet das alles nur noch aus der Ferne. Und träumt davon, irgendwann wieder dazu zu gehören. Eine andere Chance hat er nicht. Andere erwischte es noch schlimmer. David Odonkor stand zuletzt in der Nationalmannschaft neben Schweinsteiger im Juni 2008 in Klagenfurt bei der Europameisterschaft. Die deutsche Mannschaft verlor im Gruppenspiel gegen Kroatien mit 1:2, Odonkor kam für Marcell Jansen in der 46. Minute, Schweinsteiger für Gomez in der 66. Minute und sah wegen einer Tätlichkeit in der 90. Minute die Rote Karte.

Odonkor war nach dem „Sommermärchen“ 2006 zu Betis Sevilla gewechselt, für 6,5 Millionen Euro von Borussia Dortmund. In Sevilla erzielte er in 51 Spielen drei Tore. Und steht nun vor dem Nichts. Beim hoch verschuldeten spanischen Zweitligisten nur noch zweite Wahl. Alle geplanten Wechsel zu einem anderen Verein haben sich zerschlagen.

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