Wie Dortmund und der FC Bayern ihre Planungen vorantreiben.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) hat entschieden: Robert Lewandowski (r.) darf im Sommer nicht zum FC Bayern wechseln.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) hat entschieden: Robert Lewandowski (r.) darf im Sommer nicht zum FC Bayern wechseln.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) hat entschieden: Robert Lewandowski (r.) darf im Sommer nicht zum FC Bayern wechseln.

dpa

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) hat entschieden: Robert Lewandowski (r.) darf im Sommer nicht zum FC Bayern wechseln.

Dortmund/München. Das Gezerre um Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski ist beendet. Oder doch nicht? Wie Dortmund und Bayern die Zukunft im Sturm planen.

Die Ausgangslage

Die monatelange Diskussion um einen Wechsel von BVB-Stürmer Robert Lewandowski zum FC Bayern München war zäh, in einem Punkt aber ist sie beendet: Der 24-jährige Pole wird in der kommenden Saison definitiv nicht für die Bayern spielen. Das hat Dortmund ob des Vertrags ohne Ausstieg bis 2014 entschieden. Aus drei Gründen: Erstens ist kein gleichwertiger Ersatz in Sicht, zweitens würde mit einem Wechsel der direkte Konkurrent gestärkt. Und drittens: Dortmund kann es sich dank einer Einnahme von rund 100 Millionen Euro aus Champions-League und Götze-Transfer leisten, auf die Ablöse von etwa 25 Millionen Euro zu verzichten – wenn es sein muss.

Die Ausnahme

Ein finanzstarker Bieter aus dem Ausland wäre dem BVB willkommen – und zwar sofort. „Wir wollen mit allen Beteiligten eine Konsens-Lösung finden“, sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Es wäre wohl seine Ideallösung, um einen der weltbesten Stürmer nicht an den FC Bayern zu verlieren. Ein unzufriedener Lewandowski nutzt dem BVB nur bedingt. Das Dilemma: Der Pole ist sich längst mit den Bayern einig, spätestens 2014 ablösefrei zu kommen. BVB-Sportdirektor Michael Zorc: „Wir wissen ja, dass Robert nur zu Bayern möchte. Deshalb wird es so sein, dass er jetzt bei uns bleibt.“ Es ist ein reines Pokerspiel.

Das sagen Spieler und Berater?

Lewandowskis Berater haben viel gesagt in den vergangenen Monaten, jetzt sagen sie nichts mehr. „Wir kommentieren das nicht“, meint Berater Maik Barthel. Ein weiteres Jahr in Dortmund wäre keine Höchststrafe für den Polen. Der BVB ist nicht irgendwer, zudem kann der Pole 2014 ein dickes Handgeld kassieren – weil er ablösefrei ist. Lewandowski sagte aber am Montag: „Ich gehe davon aus, dass das letzte Wort zwischen den Vereinen noch nicht gesprochen ist.“

Das macht der BVB im Sturm

Neben Lewandowski wird auch der zweite Stürmer Julian Schieber bleiben. Allein schon, weil man beim BVB sowohl mit Lucas Barrios als auch mit Lewandowski die Erfahrung gemacht hat, dass Klopps Stürmer nach einem Jahr Zusammenarbeit effektiver und wertvoller werden. Ein dritter starker Stürmer ist für den BVB aber Pflicht: Mit Götze ist die zentrale Not-Alternative im Sturm abhanden gekommen – und die Aufgaben werden nicht weniger.

Was macht der FC Bayern?

BVB-Geschäftsführer Watzke erklärte, es habe in den vergangenen vier Wochen „zweimal telefonischen Kontakt“ mit den Bayern gegeben, es liege aber kein schriftliches Angebot für Lewandowski vor.

Die Bayern sind erstaunlich unaufgeregt. Sie scheinen Lewandowski nicht sofort zu brauchen und lassen sogar Mario Gomez ziehen. Die Personalien seien „völlig unabhängig voneinander“, sagte Sportdirektor Matthias Sammer im „kicker“. Als Alternative zu Mario Mandzukic auf der Mittelstürmerposition wird Routinier Claudio Pizarro (34) einen neuen Einjahresvertrag erhalten. Gomez darf weg. Neben dem AC Florenz wird Juventus Turin gehandelt, auch Chelsea und Real Madrid scheinen im Rennen. Laut Gomez-Berater Ulli Ferber wechselt Gomez aber nur zu einem Club, bei dem er erster Stürmer sein wird – mit Blick auf die WM 2014 in Brasilien. Bayern-Trainer Pep Guardiola wird kaum weitere Alternativen wie Thomas Müller oder Mario Götze im zentralen Sturm scheuen.

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