Wolfgang Niersbach möchte auch ein UEFA-Amt bekleiden. Foto: Peter Steffen
Wolfgang Niersbach möchte auch ein UEFA-Amt bekleiden. Foto: Peter Steffen

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dpa

Wolfgang Niersbach möchte auch ein UEFA-Amt bekleiden. Foto: Peter Steffen

Barsinghausen (dpa) - Große Umwälzungen hat Wolfgang Niersbach nicht im Sinn. Der designierte Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) setzt auf Weiterentwicklung und eine Politik der kleinen Schritte.

«Der DFB braucht mit Sicherheit keine Revolution, sondern eine Evolution», erklärte der Noch-Generalsekretär im niedersächsischen Barsinghausen. Zu seinen Zielen hielt er sich bedeckt, nur eine Vision war konkret: «So einen Pokal, so eine Trophäe würde ich mit nach Deutschland bringen», sagte Niersbach mit Blick auf die Europameisterschaft im Sommer in Polen und der Ukraine.

Zuvor soll der 61-Jährige im März die Nachfolge von Theo Zwanziger antreten. In der Amtszeit des derzeitigen Präsidenten richtete der DFB die Männer-WM 2006 und die Frauen-WM 2011 aus. Zwei Top-Events, an denen Niersbach maßgeblich beteiligt war und die so schnell nicht wieder in Deutschland stattfinden werden. Die nächsten drei WM-Turniere (Brasilien, Russland, Katar) sind vergeben, und auch eine Heim-EM ist nicht in Sicht. «2016 ist Frankreich dran, für 2020 wird hinter den Kulissen die Türkei gehandelt und 2024 könnte Italien den Zuschlag erhalten», erzählte der zukünftige DFB-Chef.

Ein EM-Titel wäre für Niersbach ein Einstand nach Maß. Der gelernte Journalist, der 1988 als Pressechef beim DFB anfing, hält große Stücke auf das Team von Bundestrainer Joachim Löw. «Ja, wir gehören zu den Favoriten. Wir haben eine tolle Mannschaft, die Abläufe im Team sind grandios», lobte er die Arbeit von Löw. Zugleich warnte er davor, das anstehende EM-Turnier mit 16 Teams auf ein Duell zwischen Titelverteidiger Spanien und Deutschland zu reduzieren. Die sportliche Zukunft sieht er rosig: «Freut Euch auf unsere U16-, U17- und U18-Spieler. Da lacht das Fußballherz.»

In der Sache Michael Ballack will der designierte DFB-Präsident als Friedensstifter auftreten. Andere Baustellen wie die Steueraffäre, Fan-Randale, den Fall Amerell/Kempter oder das Verhältnis zu FIFA-Chef Joseph Blatter umschiffte der selbst ernannte «Teamplayer» bei seinem Auftritt elegant und pragmatisch. Seine Antrittsrede wollte er lieber nach und nicht vor der Wahl halten. «Ich habe gewaltigen Respekt vor dem Amt, das ich noch gar nicht habe», argumentierte Niersbach und lobte die Arbeit von Zwanziger: «Wir sind als Verband mit unseren Strukturen sehr gut aufgestellt. »

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