Assist
Timo Werner bereitete den Siegtreffer von Lars Stindl mustergültig vor. Foto: Marius Becker

Timo Werner bereitete den Siegtreffer von Lars Stindl mustergültig vor. Foto: Marius Becker

dpa

Timo Werner bereitete den Siegtreffer von Lars Stindl mustergültig vor. Foto: Marius Becker

St. Petersburg (dpa) - Den goldenen Schuh bekam Timo Werner von Ronaldo, der erste Gratulant war Diego Maradona.

Nach dem Gewinn des Confed Cups gegen Chile hatte Deutschlands Sturm-Juwel noch seinen großen Moment. Als erster DFB-Akteur hatte der 21-Jährige den Torjäger-Titel bei einem WM-Testlauf gewonnen. Und das nach einer famosen Final-Vorstellung in St. Petersburg.

Den Patzer von Marcelo Diaz an der Strafraumgrenze hatte Werner förmlich gerochen. Energisch sprintete der Leipziger an den Ball. Der Rest war kinderleicht. Querpass auf Lars Stindl - Tor für Deutschland. Das lange beklagte deutsche Stürmerproblem hat sich im Confed-Cup-Sommer erst einmal erledigt. Und das mit einer historischen Bestmarke.

Werner sicherte sich mit seinem Assist beim 1:0-Finalsieg gegen Chile die Trophäe als bester Offensivmann beim WM-Testlauf - vor Silbermann Stindl und Leon Goretzka. Mit seinem dritten Turniertor verdrängte Stindl in St. Petersburg noch Cristiano Ronaldo vom Torjäger-Stockerl. Julian Draxler holte sich das I-Tüpfelchen als bester Turnier-Spieler ab.

Für Werner endete eine erfolgreiche aber auch schwierige Leipziger Premierensaison mit einem Ausrufezeichen auf internationaler Bühne - und mit einer Kopie von Thomas Müllers Kometenaufstieg vor sieben Jahren. Der Bayern-Profi debütierte im März 2010 gegen Argentinien (0:1) und wurde vier Monate später in Südafrika WM-Torschützenkönig. Werner trug in diesem März gegen England (1:0) erstmals das Adlertrikot und avancierte nun bei einem starken Finalauftritt zum Top-Torschütze des WM-Testlaufs.

Der Unterschied: Müller war schnell Everbodys Darling. Werner hängt die Schwalbe gegen Schalke und das Leipzig-Image weiter an. Die Sympathiewerte werden sicher steigen, «wenn er bei der WM noch Tore macht», konstatierte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in Russland. In dieser Sommer-Verfassung ist der 21-Jährige eine echte Alternative für den noch gesetzten Mario Gomez bei der Russland-Rückkehr 2018.

Der Sommer-Trip 2017 begann für Werner nicht leicht. Ein Magen-Darm-Infekt warf ihn erst einmal zurück. Doch im Gegensatz zu Gute-Laune-Stürmer Sandro Wagner hinterließ der pfeilschnelle Junior auch bleibenden Turnier-Eindruck. Sicher auch bei Deutschlands Rekordtorschütze Miroslav Klose. Der Sturmtrainer-Assistent von Bundestrainer Joachim Löw konnte im Krestowski Stadion zufrieden die neue deutsche Offensivpower registrieren.

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