Hoffenheims Verteidiger hofft gegen England auf seinen zweiten Länderspieleinsatz im A-Team – Confed Cup oder U21-Europameisterschaft im Juni?

Hoffenheims Niklas Süle in Aktion. Foto: Uwe Anspach
Hoffenheims Niklas Süle in Aktion. Foto: Uwe Anspach

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dpa

Hoffenheims Niklas Süle in Aktion. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim. Bei seiner ersten Nominierung für die deutsche A-Nationalelf fiel Niklas Süle im vergangenen August vor Schreck fast der Zapfhahn beim Tanken aus der Hand. Bei einer Premierennominierung ruft der Bundestrainer nämlich persönlich an. Joachim Löw als Gesprächspartner am Handy, „damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Niklas Süle damals.

Beim zweiten Mal gab es die Einladung für den Hoffenheimer ganz unspektakulär. „Ich bin eigentlich von einer Berufung zur U21 ausgegangen. Dann habe ich eine E-Mail von der A-Nationalelf erhalten“, erzählt der 21-Jährige. Am Mittwoch steht das Freundschafts-Länderspiel gegen England (20.45 Uhr, ARD) an, ehe es am Sonntag (18 Uhr, RTL) in Aserbaidschan um die WM-Qualifikation geht. „Das ist eine super Sache, dass ich dabei bin. Es ist auch ein Resultat unserer Saison. Wenn du auf einem Champions-League-Platz stehst, dann bist du ganz anders im Fokus“, sagt der gebürtige Frankfurter, der seit Januar 2010 in Hoffenheim spielt. Besonders, wenn man auf dem Fußballfeld die Präzision eines Feinwerkmechanikers an den Tag legt.

Irre Passquote Beim 1:0 gegen Leverkusen am Samstag spielte Hoffenheims Abwehrchef 145 Pässe, 140 davon kamen zum richtigen Mann. Das macht eine Quote von 96,5 Prozent. Kein Bundesligaspieler hat solch einen Wert seit Beginn der Datenerfassung 2004 erreicht. Sein ehemaliger Mitspieler Kevin Volland machte im Leverkusener Trikot gegen den 1,95 Meter Hünen keinen Stich. Es hat schon seinen Grund, warum die Bayern 20 Millionen Euro für ihn ausgeben. Kleine Schwächen hat Süle auch, er kennt sie und arbeitet an ihnen. Fast Food war eine davon, die er laut eigener Aussage im Griff hat. „Das Schlimme bei mir sind eher die süßen Getränke. Spezi trinke ich gerne. Wenn ich auf Wasser umstelle, habe ich zwei, drei Kilo weniger.“

Ab dem Sommer wird Süle Teil des Bayern-Blocks in der DFB-Elf sein. „Ich gehöre zu keinem Block, ich bin Hoffenheimer. Mit den Bayern-Spielern habe ich noch nicht viel am Hut“, sagt Süle. Das wird sich bald ändern, dann sind Mats Hummels und Jerome Boateng nicht nur seine Konkurrenten um einen Platz im Münchner Starensemble, sondern auch in der Nationalelf. „Ich will mich im Training zeigen. Da kann man unglaublich viel lernen“, gibt Süle die Devise für die nächsten Tage vor. Es geht aber auch darum, vorzuspielen. Schließlich stehen auch in ungeraden Fußballjahren im Sommer Turniere an.

Im vergangenen Sommer holte er mit der DFB-Auswahl bei den Olympischen Spielen in Rio die Silbermedaille, von Müdigkeit war danach keine Spur. Nun sieht es wieder nach einem Fußballsommer mit nur kurzer Pause aus. Süle kommt für zwei Turniere infrage: Die deutsche U21 spielt bei der EM in Polen (16. bis 30. Juni), die A-Nationalmannschaft tritt als Weltmeister beim Confederations Cup (17. Juni bis 2. Juli) in Russland an. „Mit mir hat deshalb noch keiner gesprochen, es sind zwei geile Events“, sagt Süle, dessen klares Ziel es ist, bei einem der zwei Turniere dabei zu sein.

Kleiner Fan „Bei der U21 habe ich mehr zur Qualifikation beigetragen“, sagt Süle. Das größere Turnier ist jedoch wohl auch für ihn der Confed Cup. Allein schon aus persönlicher Verbundenheit. Als 2005 das Turnier in Deutschland und in seiner Heimatstadt Frankfurt ausgetragen wurde, da war Süle als neunjähriger Fan im Stadion. Ein gewisser Lukas Podolski spielte unten auf dem Rasen. Genau jener Podolski, der am Mittwoch in Dortmund von der DFB-Auswahl verabschiedet wird. „Ich hoffe, er bekommt den Abschied, den er verdient“, sagt Süle über Podolski, den er bei seinem DFB-Debüt Ende August 2016 gegen Finnland kennenlernte. Das war auch eine Abschiedsvorstellung, damals die von Bastian Schweinsteiger. „Vielleicht kriege ich ja ein paar Minuten Spielzeit“, hofft Süle auf sein zweites Länderspiel. Seit der U16 hat er alle DFB-Auswahlmannschaften durchlaufen.

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