Lewis Holtby hätte sich gerne mit einem Titel aus dem Juniorenteam verabschiedet. Foto: Roland Weihrauch
Lewis Holtby hätte sich gerne mit einem Titel aus dem Juniorenteam verabschiedet. Foto: Roland Weihrauch

Lewis Holtby hätte sich gerne mit einem Titel aus dem Juniorenteam verabschiedet. Foto: Roland Weihrauch

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Lewis Holtby hätte sich gerne mit einem Titel aus dem Juniorenteam verabschiedet. Foto: Roland Weihrauch

Tel Aviv (dpa) - Lewis Holtby suchte Trost in der Stille der Nacht. Weit nach Mitternacht schlenderte der Kapitän der U 21-Nationalmannschaft an der Strandpromenade von Tel Aviv entlang und versuchte das enttäuschende EM-Aus zu verarbeiten.

«Wir dürfen jetzt nicht rumjammern», meinte der 22-Jährige, der sich so gerne mit einem Titel aus dem Juniorenteam verabschiedet hätte. Jetzt muss es halt die nächste Generation richten. «Wir haben so viele Top-Talente in unserer U 21. Die können alle nächstes Jahr wieder angreifen», befand der junge Profi nach der völlig verdienten 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den Turnierfavoriten Spanien. «Die werden die EM auch gewinnen», sagte er fast trotzig.

Nach den großen Erfolgen der Bundesligaclubs Bayern München und Borussia Dortmund, die sich in der Champions League gegen die spanischen Spitzenclubs durchsetzen konnten, haben die spanischen Fußballjunioren eindrucksvoll zurückgeschlagen. War die 2:3-Niederlage gegen die Niederlande trotz schwacher erster Halbzeit noch unglücklich, so wurden dem jungen deutschen Team gegen den Titelverteidiger deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Der Siegtreffer furch Alvaro Morata fiel zwar erst in den Schlussminuten, doch zuvor zelebrierten die Spanier ihre hohe Fußballkunst. Torhüter Bernd Leno und der verbesserten Innenverteidigung war es zu verdanken, dass die Iberer nicht früher zum Torerfolg kamen. «Man muss sehr viel investieren, um gegen sie in Ballbesitz zu kommen. Das hat Kraft gekostet. In der zweiten Halbzeit sind wir müde geworden», sagte Trainer Rainer Adrion.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der die Mannschaft am Sonntag in Netanya vor Ort unterstützte, erkannte die Klasse der Gegner neidlos an. «Nach den Erfolgen in der Champions League haben wir bei diesem Turnier gesehen, dass auch in anderen Nationen starke Spieler nachkommen», befand der Verbandschef. Dennoch werde man in Zukunft einige Spieler aus dem Team in der A-Mannschaft wiedersehen, meinte Niersbach.

Für einen EM-Titel hat es mit dieser Truppe allerdings nicht gereicht, zu stark war die Konkurrenz. Daher hielt sich die Enttäuschung auch in Grenzen. Nach dem Schlusspfiff sackten die meisten Spieler zu Boden, viele wollten das Geschehen auch gar nicht kommentieren und verschwanden schnell im Mannschaftsbus und später im Hotel.

Trainer Adrion war natürlich enttäuscht, obwohl der Coach immer wieder betonte, wie knapp sein Team letztlich gescheitert sei. «Mit etwas Glück hätte es auch anders ausgehen können», sagte der Trainer, dem einige der besten Spieler des Jahrgangs fehlten. Zudem kamen noch die Verletzungsprobleme in der Defensive. Der neu formierte Abwehrblock spielte in dieser Konstellation noch nie zusammen.

«Die Mannschaft hat vom Willen und vom Teamgeist alles gegeben», befand Adrion, der auch in die Kritik gerückt ist. Ein Rücktritt sei kein Thema, versicherte der DFB-Coach, dessen Vertrag noch bis 2014 läuft. Schon im August beginnt der Spielplan für die neue U 21-Generation. «Ich habe den Auftrag, eine neue Mannschaft aufzubauen. Das möchte ich gerne machen», sagte der Coach, der sich mit seinem Team letztmals am Mittwoch im abschließenden Gruppenspiel gegen Russland in Netanya präsentiert. «Da wollen wir uns anständig verabschieden», versprach Holtby.

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