Matthias Sammer geht nicht als Sportdirektor zum HSV.
Matthias Sammer geht nicht als Sportdirektor zum HSV.

Matthias Sammer geht nicht als Sportdirektor zum HSV.

dpa

Matthias Sammer geht nicht als Sportdirektor zum HSV.

Frankfurt/Main (dpa) - Im Wechsel-Theater um Matthias Sammer ist der letzte Vorhang gefallen: Der Sportdirektor des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) hat dem Hamburger SV schweren Herzens einen Korb erteilt und wird nicht in die Bundesliga zurückkehren.

«Nach reiflicher Überlegung und vor dem Hintergrund, dass eine schnelle Stellungnahme gefordert war, bin ich zu dieser Entscheidung gekommen. Das Interesse des HSV ehrt mich sehr, aber es warten beim DFB noch viele Aufgaben, auf die ich mich freue», erklärte Sammer in einer Pressemitteilung des DFB.

Am Rande der knapp fünfstündigen Präsidiumssitzung in der Frankfurter Verbandszentrale hatten DFB-Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach in einem Sechs-Augen-Gespräch mit Sammer auf eine Entscheidung gedrängt. «Wir haben ihn gebeten, für klare Verhältnisse zu sorgen», berichtete Niersbach.

Sammer, der nach der Sitzung durch die Hintertür entschwand, machte dann auch Nägel mit Köpfen und entschied sich für die Erfüllung seines Vertrages beim DFB bis 2013. «Ich hatte seit einer Woche täglich einen sehr intensiven Kontakt mit ihm. Ich wusste, in welch großem Zwiespalt er steckt. Er war hin- und hergerissen. Die Aufgabe beim HSV hat ihn gereizt, aber für Matthias gibt es hier noch viel zu tun. Er fühlt sich wohl bei uns», erklärte Niersbach.

DFB-Boss Zwanziger äußerte sich erleichtert über den Verbleib des streitbaren Charakter-Kopfes aus Sachsen, der den momentanen Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund 2002 als Trainer zum Meistertitel geführt hatte. «Matthias Sammer hat in den vergangenen Jahren viele positive Dinge für die Entwicklung des deutschen Fußballs auf den Weg gebracht. Wir freuen uns, dass er seine engagierte Arbeit im Nachwuchsbereich auch in Zukunft fortsetzen wird», erklärte Zwanziger.

Beim HSV, der den Europameister von 1996 seit Tagen heftig umworben und angeblich mit einem Jahresgehalt von rund zwei Millionen Euro gelockt hatte, sorgte die Entscheidung für lange Gesichter. «Wir sind enttäuscht und überrascht von Matthias Sammers Absage. Wir hatten über Wochen sehr gute und konstruktive Gespräche und waren uns in den inhaltlichen Fragen einig. Es lag ein ausverhandelter Vertrag vor. Sein Rückzug ist für uns nicht nachvollziehbar», sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff. «Das ist nicht schön, das ist bitter», erklärte Aufsichtsratsmitglied Horst Becker.

Laut Niersbach hatte der HSV den DFB offiziell über sein Interesse an einer Sammer-Verpflichtung informiert. «Ich kann den HSV absolut verstehen, dass er einen Mann von der Qualität eines Matthias Sammer gerne zu sich geholt hätte. Aber mein persönliches Gefühl hat mir die ganze Zeit gesagt, dass er beim DFB bleiben wird», meinte Niersbach.

Sammer hatte 2006 das Amt des DFB-Sportdirektors übernommen. Seither hat der deutsche Fußball in der Nachwuchsarbeit große Fortschritte erzielt und mit diversen Auswahl-Teams internationale Titel gewonnen. Von diesem Aufschwung profitierte auch die DFB- Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw, mit dem Sammer seit Jahren um die Zuständigkeit für die U 21 ringt.

Zuständigkeiten und Vertragsinhalte seien am Freitag jedoch nicht verhandelt worden, teilte der DFB mit. «Wir wissen, was Matthias bei uns entwickelt hat. Das ist noch nicht zu Ende. Für den DFB ist es wichtig, dass wir auf einer solchen Position Klarheit und Planungssicherheit haben. Umso mehr freuen wir uns über dieses deutliche Bekenntnis von Matthias Sammer zum DFB», sagte Niersbach.

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