Mario Götze, 18 Jahre alt, Nummer 10 von Borussia Dortmund, hofft auf einen Einsatz gegen Italien.

Nicht nur der Bundestrainer ist von Mario Götze begeistert.
Nicht nur der Bundestrainer ist von Mario Götze begeistert.

Nicht nur der Bundestrainer ist von Mario Götze begeistert.

dpa

Nicht nur der Bundestrainer ist von Mario Götze begeistert.

Kaiserau. Bei ihm ist es auf einmal ganz schnell gegangen. Irgendwie. Erst 18, aber schon die „10“ bei Borussia Dortmund. Mama und Papa, sagt er, sind ganz wichtig für ihn. Und seine zwei Brüder.

Mario Götze steht nicht gern im Mittelpunkt, muss aber befürchten, dass der Rummel vielleicht in Zukunft noch viel größer wird. „Das mit den Medien und so“ muss er noch lernen, sagt er in Kaiserau, wo er sich mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf das Testspiel am Mittwochabend gegen Italien in Dortmund (20.45 Uhr/ARD) vorbereitet.

Das Halbfinale 2006 gegen Italien im Fernsehen gesehen

„Es gab keinen Zeitpunkt, zu dem feststand, dass ich Fußballprofi werde“, erzählt Mario Götze. „Ich bin doch erst ein Dreivierteljahr in der Bundesliga.“ Damals bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, dem Sommermärchen, hat er das Halbfinale gegen Italien zuhause am Fernseher gesehen, und vor allem Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski bewundert, „Superstars“, wie er sagt. Und nun spielt er mit ihnen vielleicht schon am Mittwoch gegen den viermaligen Weltmeister. „Ich freue mich auf das Spiel, ich hoffe, dass ich in meinem Stadion eingewechselt werde.“ Um artig anzufügen: „Wenn der Trainer will.“

Momentan versucht er, sich vor allem auf Borussia Dortmund zu konzentrieren: „Ich habe nicht damit gerechnet, auf der Position 10 zu spielen.“ Sein kleiner Bruder Felix spielt in der C2 von Borussia Dortmund, der ältere Fabian in der U23 des FSV Mainz 05.

Fußball ist das große Thema im Hause Götze, in dem auch immer einmal wieder diskutiert wurde, für den Fußball die Schule abzubrechen. „Ich bin froh, dass sich mein Vater durchgesetzt hat, dafür bin ich ihm sehr dankbar.“ Vater Jürgen ist Professor an der Technischen Universität Dortmund, Mario hat sein Fachabitur gemacht.

Nach dem Fachabitur steht der Fußball im Mittelpunkt

Daniel  Brühl spielt in „Der ganz große Traum“ den jungen Lehrer Konrad Koch, den Mann, der den Fußball nach Deutschland brachte. Was Brühl (Good Bye, Lenin/Inglourious Basterds) – aufgewachsen in Köln, in Barcelona lebend – aber nervös macht, ist der Besuch bei der Nationalmannschaft. „Davon habe ich immer geträumt“, erzählt der Fan des 1. FC Köln und des FC Barcelona. „Bis die sich in der Champions League treffen, wird noch dauern, aber der Sieg über die Bayern hat mich sehr gefreut“.

Der Film (Kinostart am 24. Februar) erzählt die Geschichte des Lehrers Koch, der den Fußball 1874 in das Deutschland der Kaiserzeit bringt, wo nur das Turnen erlaubt ist. Die Story beruht auf einer wahren Begebenheit, der Film wurde vom DFB unterstützt. „Man muss einmal einen Film mit Fußball gemacht haben“, sagt Brühl in Kaiserau.

Jetzt steht der Fußball im Mittelpunkt, und aktuell ist er froh, dass er nicht der einzige Dortmunder in Kaiserau ist. Trainer Jürgen Klopp hat ihm gesagt, er soll sich auf die Zeit mit der Nationalmannschaft freuen. „Das ist doch geil“, hat Klopp gesagt. Und Mario Götze findet das auch.

In Kaiserau war er zuletzt vor fünf Jahren mit der Westfalenauswahl. Und jetzt ist es schon die Nationalmannschaft. Manchmal geht es eben ganz schnell. Dass Daniel Brühl mit auf dem Podium sitzt, findet er irgendwie auch nicht unpassend. „Ich finde auf jeden Fall gut, wenn man neben einem Hollywood-Schauspieler sitzt“, sagt er. Was soll der junge Mann denn auch sonst sagen?

Als „Jahrhundert-Talent“ hat ihn Matthias Sammer bezeichnet, sein Trainer Jürgen Klopp hält ihn für den großen Wurf, auch Bundestrainer Joachim Löw ist hellauf begeistert. Und trotzdem muss er versuchen, auf dem Boden zu bleiben.

Den Schalker Nationaltorwart Manuel Neuer haben die Dortmunder zuletzt nicht überwinden können. Umso schöner, ihn bei der Nationalmannschaft wieder zu treffen. „Neuer ist Weltklasse, aber ich hoffe trotzdem, dass er beim nächsten Revierderby zumindest einen reinlässt. Er will sich das überlegen.“

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