Bundestrainer Joachim Löw hat 2012 ein festes Ziel: den EM-Pokal. Foto: Thomas Eisenhuth
Bundestrainer Joachim Löw hat 2012 ein festes Ziel: den EM-Pokal. Foto: Thomas Eisenhuth

Bundestrainer Joachim Löw hat 2012 ein festes Ziel: den EM-Pokal. Foto: Thomas Eisenhuth

dpa

Bundestrainer Joachim Löw hat 2012 ein festes Ziel: den EM-Pokal. Foto: Thomas Eisenhuth

München (dpa) - Den 183. Tag des neuen Jahres hat Joachim Löw in seinem Kalender dick angestrichen. Am 1. Juli 2012 will der Bundestrainer in Kiew seine Mission erfüllen und mit der von ihm seit mehr als einem halben Jahrzehnt geformten Nationalmannschaft die spanische Fußball-Vorherrschaft beenden.

«Bei der EM wollen wir erneut attraktiven Fußball zeigen und dann natürlich endlich mal wieder einen Titel gewinnen», sagte Löw der Nachrichtenagentur dpa. Ein drittes Scheitern an den Spaniern nach dem verlorenen EM-Endspiel 2008 (0:1) sowie dem WM-Halbfinale 2010 (0:1) soll es nicht geben. Der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque äußerte zur Jahreswende im «Kicker» höchsten Respekt vor dem Mitfavoriten: «Deutschland ist ein Gegner, gegen den es jeden Tag schwerer fällt, zu gewinnen.»

Seit 16 Jahren, seit dem Golden Goal von Oliver Bierhoff beim EM-Triumph in England, wartet Deutschland auf den großen Wurf. Und das Verlangen wächst, zumal Löws Rasselbande mit Jungstars wie Özil, Götze oder Kroos die Fans 2011 fußballerisch begeistern konnte. «Ich spüre die Sehnsucht nach einem Titelgewinn im Sommer bei der EM - vor allem auch in der Mannschaft», erklärte Löw in seiner Neujahrsbotschaft zum Start ins EM-Jahr.

Der Bundestrainer rechnet beim Projekt Titelgewinn in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) mit heftiger Gegenwehr. Das Ziel Europameister hätten «mindestens fünf andere Mannschaften auch». Neben Spanien schreibt Löw den Gruppengegnern Holland und Portugal sowie Frankreich, England und Italien höchste Ambitionen zu.

Unabhängig vom EM-Ergebnis ist es Löw im neuen Jahr «zunächst einmal wichtig, dass die positive sportliche Entwicklung unseres Teams und der einzelnen Nationalspieler anhält». Das erste Länderspiel im neuen Jahr findet am 29. Februar in Bremen statt. «Das Spiel gegen Frankreich ist für uns ein traditionsreiches Prestigeduell, und daher wollen wir mit einer starken Mannschaft antreten, um die Serie der Siege gegen renommierte Gegner wie Brasilien oder die Niederlande fortsetzen zu können», kündigte Löw an.

Der Durchmarsch mit zehn Siegen in der EM-Qualifikation sowie bemerkenswerte Testspielerfolge gegen Rekordweltmeister Brasilien (3:2) und den WM-Zweiten Holland (3:0) haben die Erwartungshaltung erhöht. Den nach der WM 2010 weiter forcierten Verjüngungsprozess mit Spielern wie Mats Hummels, Mario Götze oder Marco Reus sieht Löw als Basis für einen EM-Erfolg an: «Wie schon bei der WM ist zu erwarten, dass stark verjüngte Teams mit schnellem und technisch anspruchsvollem Fußball die Akzente setzen werden», prophezeit der Bundestrainer: «Ich erwarte ein attraktives und spannendes Turnier.»

Personell kann Löw aus dem Vollen schöpfen, die Leistungsdichte und Konkurrenz habe ein neues Niveau erreicht. «Die Nominierung wird für mich diesmal einfacher, weil wir einen starken Kader haben», stellte Löw fest: «Früher musste ich mir oft Gedanken machen, wer spielerisch am besten unseren Ansprüchen genügt. Diesmal gibt es auf jeder Position mehrere Alternativen. Das macht vieles leichter.»

Der Bundestrainer will den Konkurrenzkampf um die persönlichen EM-Tickets auch vor seinem dritten großen Turnier als Cheftrainer wieder bis kurz vor dem Endrundenstart ausreizen. «Vermutlich werden wir wieder mit mehr als 23 Spielern ins Trainingslager gehen, also zunächst einen erweiterten EM-Kader nominieren», kündigte Löw an.

Am 9. Juni beginnt in Lwiw gegen Auftaktgegner Portugal mit Topstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid der EM-Ernstfall. Erzrivale Holland mit Bayern-Star Arjen Robben (13. Juni) und Außenseiter Dänemark (17. Juni) sind die weiteren Gegner in der am stärksten besetzten Vorrundengruppe. «Wir wissen, es wird ernst, von Anfang an», sagte Teammanager Oliver Bierhoff über das schwere Los.

Löw kennt weder «Wunsch- noch Angstgegner». Er freut sich auf «attraktive Spiele». Die Konkurrenz wird intensiv beobachtet. «Wir werden die Gegner analysieren und internationale Liga-Spiele besuchen, um uns einen guten Überblick über die Leistungen von wichtigen Akteuren in den Reihen der Gegner zu verschaffen.»

Parallel dazu plant Löw mit seinem Betreuerstab die eigene Vorbereitung «mit all ihren Facetten». Der Fahrplan steht: Am 11. Mai geht's ins erste Trainingslager nach Sardinien, an das sich ein Camp in Südfrankreich (18. bis 31. Mai) anschließt. Auch die letzten Testspielgegner sind mit der Schweiz (26. Mai/Basel) und Israel (1. Juni/Leipzig) bereits verpflichtet worden. Die EM-Mission beginnt schließlich am 4. Juni mit dem Bezug des EM-Quartiers in Danzig.

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