Mario Götze ist vor dem Länderspiel gegen Italien nervös.
Mario Götze ist vor dem Länderspiel gegen Italien nervös.

Mario Götze ist vor dem Länderspiel gegen Italien nervös.

dpa

Mario Götze ist vor dem Länderspiel gegen Italien nervös.

Kamen (dpa) - Alle schwärmen von Mario Götze. Auch Bundestrainer Löw setzt auf das 18 Jahre alte Dortmunder Ausnahmetalent: «Er kann ein großer Spieler werden.» Im Heim-Länderspiel gegen Italien hofft der Jungstar auf seinen zweiten Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.

Mario Götze war gerade 14 Jahre alt, als er 2006 im Elternhaus vor dem Fernseher miterlebte, wie beim WM-Sommermärchen gegen Italien der Traum vom deutschen WM-Triumph platzte. Damals waren «Poldi» und «Schweini» die Idole, von denen sich der Dortmunder C-Jugend-Kicker «etwas abguckte» - am 9. Februar möchte Götze nun an der Seite von Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger mit dazu beitragen, dass die Revanche gegen die Italiener gelingt.

«Es war bitter und enttäuschend für die Nationalmannschaft», erinnert sich Götze an die 0:2-Niederlage nach Verlängerung im Dortmunder WM-Halbfinale an jenem 4. Juli 2006. Damals hätte der jugendliche Deutschland-Fan Götze nicht geglaubt, bei der Neuauflage vier Jahre später selbst auf dem Dortmunder Rasen zu stehen. «Es ist alles sehr schnell verlaufen», sagte er in der Sportschule Kaiserau sichtlich aufgeregt bei seiner ersten großen Pressekonferenz im Kreise der deutschen Eliteauswahl.

Als Jahrhunderttalent wird Götze von Fußball-Experten wie DFB-Sportdirektor Matthias Sammer gerühmt. Bundestrainer Joachim Löw ist so begeistert von dem BVB-Senkrechtstarter, dass er ihn trotz seiner Jugend und erst einem Länderspiel schon «fest zum A-Team» zählt.

«Jeder sieht, welche fußballerischen Möglichkeiten und welche Spielintelligenz er hat. Er ist schon unglaublich abgeklärt», schwärmte Löw: «Er ist sicher eines der größten Talente. Es macht Spaß, ihn zu sehen. Er kann sicher ein großer Spieler werden.»

Im November feierte Götze beim 0:0 in Schweden ein kurzes 13-Minuten-Debüt im Nationalteam. Nun sei er «aufgeregt, vor heimischer Kulisse aufzulaufen, wenn mich der Trainer einwechseln sollte». Es wäre ein weiterer kleiner Schritt, sich im Kreise der Schweinsteigers, Podolskis & Co. zu etablieren.

Das spielerische Rüstzeug bringt der kleine Techniker mit. Und er ist dazu vielseitig, kann in der offensiven Mittelfeldreihe links, rechts und auch zentral spielen, wie er es in Dortmund nach dem Ausfall des Japaners Shinji Kagawa tun darf. «Wenn ich es wählen dürfte, würde ich die Zehner-Position oder die linke Seite wählen», sagte er zu seiner Wunschposition auch im Nationalteam; Mesut Özil und Podolski heißen da die Konkurrenten, die er verdrängen müsste.

Sein Aufstieg verlief so rasant, dass es «nicht einfach» sei, «auf dem Teppich zu bleiben». Dafür sorgt neben seinem Vereinstrainer Jürgen Klopp vor allem die Familie. Mario Götze denkt nicht daran, schon jetzt aus dem Elternhaus auszuziehen. «Die Familie ist mein Ruhepol», sagt er. Und sein Vater sorgte dafür, dass er auch die Schule nicht abbrach, sondern mit dem Fachabitur abschloss: «Im Nachhinein bin ich froh darüber. Aber die Doppelbelastung Schule und Fußball war anstrengend.»

Seit vergangenem Sommer aber gibt es für ihn nur noch Fußball. Bundesliga-Profi, Nationalspieler - und wohl in wenigen Wochen als 18-Jähriger deutscher Meister. Mario Götze lebt seinen Traum. «Genieß es, es ist doch geil» - mit diesen Worte schickte ihn BVB-Coach Klopp zum Italienspiel. «So sehe ich das auch», sagte der Teenie-Star.

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