Bundestrainer Joachim Löw bei einem Treffen mit den Cheftrainern der Bundesliga.
Bundestrainer Joachim Löw bei einem Treffen mit den Cheftrainern der Bundesliga.

Bundestrainer Joachim Löw bei einem Treffen mit den Cheftrainern der Bundesliga.

dpa

Bundestrainer Joachim Löw bei einem Treffen mit den Cheftrainern der Bundesliga.

Neu-Isenburg (dpa) - Das Länderspieljahr 2011 wird zur großen Chance für neue Talente wie den 18-jährigen Dortmunder Götze. Bundestrainer Löw verspricht der nachrückenden Generation konsequente Förderung. Die Liga geht den Weg mit. Für die Generation von Ballack und Klose eine Gefahr.

Joachim Löw wird auch im neuen Jahr blutjungen Bundesliga-Talenten die Türen weit öffnen, für die Mit-Dreißiger um Kapitän Michael Ballack wird es immer schwieriger. Er werde seinen Jugend-Kurs in der ohnehin jungen deutschen Fußball-Nationalmannschaft konsequent fortsetzen, verdeutlichte der Bundestrainer bei einer Tagung mit den Bundesliga-Kollegen.

«Letztlich entscheidet die Qualität der Spieler. Da ist es völlig egal, ob einer zwölf oder 15 Bundesliga-Spiele bestritten hat», sagte Löw. Dabei erhielt er die volle Unterstützung der Liga. «Das ist der Weg, der für den einen oder anderen Verein in die Zukunft weist. Die Bundesliga ist mit jungen Talenten durchsetzt und hat eine tolle Bilanz aufzuweisen», erklärte Liga-Präsident Reinhard Rauball beim Neujahrs-Empfang der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt/Main.

Keine konkreten Pläne hat Löw für ein DFB-Comeback von Kapitän Michael Ballack, der sein letztes von bisher 98 Länderspielen vor neun Monaten beim 0:1-Test gegen Argentinien bestritten hatte. «Positiv ist auf jeden Fall, dass er die Vorbereitung durchgezogen hat. Was er jetzt braucht, ist Spielpraxis», sagte Löw über den 34 Jahre alten Leverkusener, der nach Verletzung um Anschluss ringt.

Dass sich die Bundesliga mehr und mehr Löws Philosophie anschließt, die Qualität, technische Fertigkeiten und physische Belastbarkeit klar über Erfahrung stellt, freut den Freiburger. «Als wir 2004 mit Jürgen Klinsmann angefangen haben, hatte kein U 21-Spieler einen Stammplatz in der Bundesliga. Am Freitag bei Leverkusen gegen Dortmund standen 16 deutsche Spieler auf dem Platz. Das ist für die Nationalmannschaft immens wichtig», betonte Löw.

Im Gegenzug lobte Mirko Slomka, Trainer des Überraschungs-Zweiten Hannover 96, die Vorreiterrolle der Nationalelf vor allem bei der WM im vergangenen Sommer in Südafrika. Für ihn als Clubcoach seien Fitness, die passende Strategie für die Spieler und Teamgeist die entscheidenden Faktoren: «Und da konnte man sich bei allen Aspekten bei der Nationalmannschaft etwas angucken und abgucken.»

Dass nur elf der 18 Erstliga-Cheftrainer der Einladung nach Neu-Isenburg gefolgt waren, änderte für Löw nichts an der positiven Bewertung der Zusammenarbeit. «Alle hatten einen wichtigen Grund», erklärte Löw. Bayern-Coach Louis van Gaal, den Assistent Hermann Gerland vertrat, hatte persönlich beim Bundestrainer abgesagt. Auch Felix Magath (Schalke), Robin Dutt (Freiburg), Michael Frontzeck (Mönchengladbach), Steve McClaren (Wolfsburg), Holger Stanislawski (St. Pauli) und Marco Kurz (Kaiserslautern) fehlten entschuldigt.

Mit der junge Generation der Bundesliga-Trainer um BVB-Coach Jürgen Klopp oder den Mainzer Thomas Tuchel sieht sich Löw ohnehin auf einer Wellenlänge. Für die Nationalmannschaft, die nach langer Zeit bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine sowie bei der WM zwei Jahre später endlich wieder einen Titel gewinnen will, würden aber noch gehobenere Ansprüche dazukommen. «Man muss die Talente erkennen, die in der Lage sind, bei einer EM und WM auch gegen Spanien oder Argentinien zu bestehen», unterstrich Löw.

«Wir wollen die EM-Qualifikation so schnell wie möglich perfekt machen, um dann wieder junge, interessante Spieler einzubauen», nannte Manager Oliver Bierhoff die wichtigsten Ziele für das Länderspieljahr 2011, das am 9. Februar mit einem Spiel gegen Italien beginnt. «Wir sind in Deutschland froh, viele davon zu haben. Das haben wir schon bei der WM gesehen, jetzt rücken andere nach wie ein Götze, ein Holtby oder ein Schürrle.»

Bierhoff wertet das als Zeichen, «dass die Investitionen in den Nachwuchs im deutschen Fußball gegriffen haben». Man brauche aber auch einen guten Mix, «also auch einige gestandene Profis». Zumindest ein positives Signal für die Routiniers Klose, Ballack und Co.

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