Die deutschen Nationalspieler pausieren bei einem Werbedreh für Sponsor Mercedes-Benz auf der Bank.
Die deutschen Nationalspieler pausieren bei einem Werbedreh für Sponsor Mercedes-Benz auf der Bank.

Die deutschen Nationalspieler pausieren bei einem Werbedreh für Sponsor Mercedes-Benz auf der Bank.

Von WM-Teilnehmer Miroslav Klose wird eine Führungsrolle gegenüber den Jungstars erwartet.

Für Oliver Bierhoff hat das Länderspiel gegen Italien eine hohe Bedeutung.

Arne Friedrich (l) sucht für Dehnübungen bei Bundestrainer Joachim Löw halt.

Mario Götze begibt sich zu seiner ersten großen Pressekonferenz.

Bundestrainer Löw beobachtet die Nationalspieler beim Aufwärmen.

dpa, Bild 1 von 6

Die deutschen Nationalspieler pausieren bei einem Werbedreh für Sponsor Mercedes-Benz auf der Bank.

Kamen (dpa) - Für Deutschland wird es ein Härtetest, für die Dortmunder Aufsteiger um Götze könnte es der Heimstart zu einer großen DFB-Karriere werden. Mit Kino und Werbeaufnahmen begann Bundestrainer Löw den Countdown für den Italien-Hit. Im Training fehlten sechs Asse.

Ohne das Bayern-Trio Lahm, Schweinsteiger und Müller, die Real-Asse Özil und Khedira sowie Abwehrchef Mertesacker musste der Bundestrainer in der Sportschule Kaiserau die ohnehin kurze Vorbereitung auf das erste Fußball-Länderspiel des Jahres eröffnen. Zwar meldete die medizinische Abteilung des DFB keine gravierenden Probleme. Aber Löw bleibt nun zur Einstimmung auf die Partie nur noch das Abschlusstraining, das er kurzfristig von der Dortmunder Spielstätte auf den Übungsplatz des Quartiers verlegte.

Im Großen und Ganzen werde er eh eine Mannschaft aufs Feld schicken, «die so schon zusammengespielt hat», hatte der Bundestrainer bereits angekündigt. Ungeachtet der eingeschränkten Vorbereitung ist der Italien-Test laut Teammanager Oliver Bierhoff eine wichtige Bewährungsprobe auf dem Weg zur Titelreife. Für die Dortmunder Jungstars um Supertalent Mario Götze könnte der Heimabend zum persönlichen Meilenstein werden. «Einerseits ist man aufgeregt, anderseits freut man sich, vor heimischer Kulisse aufzulaufen, wenn mich der Trainer einwechseln sollte», erklärte der 18 Jahre alte Götze bei seiner ersten großen Pressekonferenz.

«Italien ist eine richtig starke Mannschaft, das hat man 2006 gesehen», erinnerte Götze an den WM-Halbfinal-K.o. des DFB-Teams vor viereinhalb Jahren, den er als 14-Jähriger am Fernseher erlebte. Bei den Beteiligten von damals nagen vor dem ersten Wiedersehen mit den Italienern natürlich noch immer Wut und Ärger. «Man spürt den Hunger bei den Spielern, sie sind sauer, dass sie es nicht bis ganz nach oben geschafft hatten», berichtete Bierhoff. Und Per Mertesacker, der an jenem 4. Juli 2006 in Dortmund beim 0:2 nach Verlängerung die späten Gegentore auch nicht verhindern konnte, erzählte: «Da kommen natürlich Erinnerungen hoch, die man als junger Spieler gemacht hat.»

Für sein neues Juwel Götze hat der Bundestrainer bei der Revanche in Dortmund zunächst keine Hauptrolle vorgesehen. Die sollen nach längerer Pause vor allem wieder die WM-Asse von Südafrika übernehmen - besonders die in der Bundesliga gerade in Köln K.o. gegangenen Bayern-Profis. «Sicher ist da nicht die große Euphorie da, aber sie sind erfahrene und gestandene Spieler, die nicht sofort umkippen, wenn es nicht so läuft», erklärte Bierhoff zur geforderten Führungsrolle von Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Miroslav Klose.

«Unser letzter Sieg gegen Italien liegt schon 16 Jahre zurück», betonte Löw, der auf Mario Gomez (Knie) verzichten muss. Am Montag gab es kein Video vom Gegner, sondern gemeinsam mit Hauptdarsteller Daniel Brühl («Good bye, Lenin») eine Vorpremiere des Kinofilms «Der ganz große Traum». In dem Streifen, der am 24. Februar in die Kinos kommt, wird gezeigt, wie der Fußball während der Kaiserzeit nach Deutschland gekommen sein soll.

Für die sportliche Leitung ist der Länderspiel-Auftakt 2011 nicht nur die Generalprobe für die am 26. März in Kaiserslautern gegen Kasachstan anstehende nächste EM-Qualifikations-Aufgabe. Der Test gegen die Italiener soll das deutsche Team auf dem Weg zur Titelreife 2012 voranbringen. «Unsere Aufgabe ist es, dass wir dann den anderen Mannschaften das eine Prozent voraus haben», erklärte Bierhoff.

Ein kleines Fragezeichen gibt es noch um die körperliche Verfassung von Khedira (Knieprellung), der am Sonntag beim 4:1 von Real Madrid gegen San Sebastián nur auf der Bank gesessen hatte. An den Marketing-Aktivitäten nahm der Mittelfeldspieler aber teil. Gemeinsam mit Teamkollegen und Nationalspielerinnen posierte Khedira für Werbespots für die Frauen-WM im Sommer vor der Kamera.

Bierhoff weiß, dass bei der ersten Mission des Jahres durchaus Gefahren lauern. «Wir haben eine erfolgreiche und begeisternde WM gespielt und unglaublich reif in der EM-Qualifikation weitergemacht. Das dürfen wir nicht leichtfertig vergeben», forderte der Manager und warnte vor Italien: «Das ist zwar nicht mehr die Mannschaft der ganz großen Namen, wie sie es 2006 war. Aber die Italiener werden sicher sehr geordnet und konzentriert gegen uns spielen.» Von den fünf jungen Dortmunder Aufsteigern im Kader dürfen sich Marcel Schmelzer auf der linken Abwehrseite und Mats Hummels als Innenverteidiger die größten Chancen auf einen Startplatz ausrechnen.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Neuer - Lahm, Mertesacker, Badstuber, Schmelzer - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Klose

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