Nach dem Halbfinal-K.o. tröstete Bundestrainer Jürgen Klinsmann (M.) seinen Kapitän Michael Ballack (r).
Nach dem Halbfinal-K.o. tröstete Bundestrainer Jürgen Klinsmann (M.) seinen Kapitän Michael Ballack (r).

Nach dem Halbfinal-K.o. tröstete Bundestrainer Jürgen Klinsmann (M.) seinen Kapitän Michael Ballack (r).

dpa

Nach dem Halbfinal-K.o. tröstete Bundestrainer Jürgen Klinsmann (M.) seinen Kapitän Michael Ballack (r).

Es war die bitterste Stunde der WM 2006: Italien hatte im Halbfinale von Dortmund die Titelträume des Gastgebers jäh beendet. Viereinhalb Jahre später kommt es zum ersten Wiedersehen. Einige Protagonisten von damals sind wieder dabei - und besonders heiß.

Dortmund (dpa) - An diese Tränen erinnert sich Fußball-Deutschland noch gut: Am 4. Juli 2006 beendete der spätere Weltmeister Italien den Traum des WM-Gastgebers vom vierten Titelgewinn. 65 000 Zuschauer in der WM-Arena von Dortmund, über 31 Millionen vor den TV-Geräten (Rekord!) und Millionen Anhänger auf den Fan-Meilen wurden von Fabio Grosso und Alessandro del Piero geschockt, die im Halbfinale kurz vor dem Abpfiff der Verlängerung den 2:0-Sieg der Azzurri perfekt machten. «Jeder ist am Boden zerstört. Wir hatten alle einen Traum, und dieser Traum ist uns jetzt genommen», seufzte der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach dem bitteren Last-Minute-K.o.

Viereinhalb Jahre danach kommt es zum ersten Wiedersehen der beiden Nationalteams - wieder in Dortmund. So lange waren sich die zwei Weltmeister-Nationen aus dem Weg gegangen. «Die Italiener haben immer noch eine Mannschaft, die von Cleverness und Erfahrung lebt, obwohl sie bei der jüngsten WM in Südafrika nicht so erfolgreich waren», sagte Bundestrainer Joachim Löw, der die brutale Nacht von Dortmund 2006 als Klinsmanns Assistent erlebt hatte. «Wenn man so kurz vor dem Ende verliert, ist das ganz bitter», meinte damals Philipp Lahm zum heißen Duell bei fast 30 Grad.

Bei der 30. Auflage des Klassikers wird der Münchner Lahm das DFB-Team als Kapitän aufs Feld führen. Auch Arne Friedrich, Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Lukas Podolski, die 2006 für Deutschland auf dem Platz standen, sind wieder dabei. Bei den Italienern ist nur Gianluigi Buffon erneut mit von der Partie. Der Juve-Torwart steht nach einem Bandscheibenvorfall bei der WM in Südafrika und einer mehr als sechsmonatigen Pause wieder im Aufgebot. Weltmeister-Coach Marcello Lippi hat inzwischen zum zweiten Mal sein Amt abgegeben. «Mit dem Doppelschlag haben wir uns die Elfmeter-Lotterie erspart», beschrieb Lippi damals das Halbfinale.

Auch wenn an diesem 4. Juli 2006 um 23.29 Uhr für Kapitän Michael Ballack und Co. die Chance auf ein WM-Finale in Berlin dahin war, hat das damalige Team mit dem Sommermärchen für einen Stimmungsumschwung rund um die Nationalmannschaft gesorgt, der bis heute anhält. Schwarz-Rot-Goldene Fähnchen auf Autos gab es vorher nicht. «Es hat nicht gereicht - aber Sie haben sich trotzdem in die Herzen der Deutschen gespielt», sagte der damalige Bundespräsident Horst Köhler und prophezeite: «Diese Mannschaft ist bei weitem noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten.»

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