Übergabe
Noch ist unklar, wann Theo Zwanziger (l) das Präsidentenamt an Wolfgang Niersbach übergibt. Foto: Fredrik von Erichsen

Noch ist unklar, wann Theo Zwanziger (l) das Präsidentenamt an Wolfgang Niersbach übergibt. Foto: Fredrik von Erichsen

dpa

Noch ist unklar, wann Theo Zwanziger (l) das Präsidentenamt an Wolfgang Niersbach übergibt. Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Tage von Theo Zwanziger als DFB-Präsident sind gezählt. Die Frage ist nur noch: Wann räumt der 66-Jährige seinen Posten an der Spitze des größten Sportverbandes der Welt?

Im März, wie unter anderem von der Liga gewünscht? Oder erst im Oktober, wie ursprünglich vor zwei Wochen im DFB-Präsidium vereinbart? Bei einem Treffen mit den Präsidenten der Landesverbände in der Frankfurter Verbandszentrale will Zwanziger am Donnerstag ausloten, wann er den Stab an seinen designierten Nachfolger Wolfgang Niersbach übergibt.

«Ich hätte kein Problem damit, morgen aufzuhören», hatte Zwanziger am Wochenende dem Magazin «Focus» gesagt. Da für den reibungslosen Übergang aber ein außerordentlicher Bundestag nötig ist, wird es ganz so schnell nicht gehen. «Ich halte einen Termin Ende Februar oder Anfang März durchaus für realistisch», erklärte der DFB-Boss daher in der Tageszeitung «Die Welt».

Zwei Wochen zuvor hatte Zwanziger bei der Vorstellung seines Nachfolgers Niersbach noch den Oktober als Rücktrittsdatum fest zementiert. Schließlich wollte sich der Jurist zu gerne noch bei der aus deutscher Sicht hoffentlich erfolgreichen Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im Licht der Nationalmannschaft sonnen.

Doch in den Tagen danach scheinen ihm viele Weggefährten einen schnelleren Machtverzicht nahegelegt zu haben. Am deutlichsten kam der Wunsch nach einer schnellen Abwicklung des Präsidentenwechsels vonseiten der Liga. Der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung Christian Seifert hatte es als «schwierig» bezeichnet, «wenn ein Wechsel in der absoluten Spitzenposition stattfindet und eine zu lange Übergangszeit ansteht.»

Zwanziger wies diese «Majestätsbeleidigung» vehement zurück. Dem Rat des DFL-Chefs folgte er dennoch - und überrumpelte damit wieder einmal seine eigenen Gefolgsleute. DFB-Vizepräsident Rolf Hocke gab zu, vom Sinneswandel Zwanzigers überrascht worden zu sein. Dennoch plädiert der im Verband für Rechts- und Satzungsfragen zuständige Stellvertreter für den späteren Zeitpunkt des Machtwechsels.

«Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich diese Position vertrete, die wir ja auch auf der letzten Präsidiumssitzung so festgelegt haben», sagte Hocke der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings weiß der Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes nicht, wie seine Kollegen aus den anderen Landesverbänden darüber denken. «Was bei der Sitzung herauskommt, will ich offen lassen», sagte Hocke. «Darum kommen wir ja zusammen und beraten.» Sicher ist nur, dass die Ära Zwanziger bald endet. Wahrscheinlich schon im März.

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