23 Titel hat Bastian Schweinsteiger mit den Bayern geholt. 2013 endlich auch die Champions League.
23 Titel hat Bastian Schweinsteiger mit den Bayern geholt. 2013 endlich auch die Champions League.

23 Titel hat Bastian Schweinsteiger mit den Bayern geholt. 2013 endlich auch die Champions League.

23 Titel hat Bastian Schweinsteiger mit den Bayern geholt. 2013 endlich auch die Champions League.

München. Der Samstag war kein guter Tag für mich. Schon der Freitagabend war nicht schön. Allmählich sickerte durch, was einen Tag später Gewissheit werden sollte: Mit nüchternen Worten verkündete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge den Abschied von einem meiner Helden – von Bastian Schweinsteiger.

Auch am Sonntag fühlte es sich noch nicht wirklich gut an. Der FC Bayern und vor allem seine Anhänger müssen nun ohne den „Fußballgott“ auskommen. Wie kein anderer verkörpert „Schweini“ das, was die Fanseele in den vergangenen Jahren so bewegt hat: Das Aufstehen nach dem Scheitern. 2012 gegen Chelsea setzte er den entscheidenden Elfmeter an den Pfosten. Statt den Champions-League-Pokal in den Himmel zu stemmen, musste Schweinsteiger Didier Drogba gratulieren.

2013 war es dann Bastis Pokal. Gegen Borussia Dortmund führte Schweinsteiger die Bayern zum Triumph. Champions-League-Sieg. Triple. Ikone. Nun ist die Ikone weg.

Wohl kaum einer im Fanlager der Roten hätte geglaubt, dass das bayerische Eigengewächs mal das Trikot von anderen Roten tragen wird. Der wohl wichtigste Trainer in Schweinsteigers Karriere hat diesen Trikotwechsel jetzt aber bewirkt. Louis van Gaal machte den Münchener zum Sechser, zum Führungsspieler. Nun setzt er auch in Manchester auf die Fähigkeiten und die Erfahrung Schweinsteigers.

Erfahrung hin oder her: Van Gaals Kollege Pep Guardiola und die Vereinsführung des FC Bayern sind von diesen Fähigkeiten nicht mehr restlos überzeugt. Andersfalls hätten sie mehr um ihre Nummer 31 gekämpft. Nüchtern betrachtet – und das tun Guardiola und Rummenigge – ist der Transfer für den Verein völlig in Ordnung – vielleicht sogar die beste Lösung.

Fans betrachten Fußball aber nicht so abgeklärt wie die Entscheider. Voller Emotionen schimpfen die Bayern-Anhänger auf der ganzen Welt: Da soll doch lieber Guardiola gehen – und die anderen Spanier gleich mit. „Mia san mia“ und eben nicht „Mia san Pep“. Heute ist Montag. Ich glaube, dass ich im Verlaufe des heutigen Tages davon überzeugt sein werde, dass der Schweinsteiger-Wechsel in der Tat für alle die beste Lösung war.

Die Leere, die sich Sonntag noch so ähnlich anfühlte wie nach der Niederlage gegen Chelsea, wird weg sein. Die Zuversicht, dass der FC Bayern eine erfolgreiche Saison spielen wird, ist dann wieder groß. Andere Spieler werden Schweinsteiger ersetzen – sportlich und menschlich. Irgendwie zumindest.

Vielleicht Spieler, die die Bayern vor allem Louis van Gaal zu verdanken haben: Thomas Müller, Holger Badstuber und David Alaba. Aber auch die Spanier werden eine wichtige Rolle spielen. Allen voran Javi Martínez, der schon so viele geniale Spiele an der Seite von Basti Schweinsteiger bestritten hat.

Und irgendwann dann, möglicherweise an einem Dienstag in drei Jahren, kommt „Schweini“ zurück. Noch einmal wird er das richtige rote Trikot tragen. Noch einmal wird er gemeinsam mit Philipp Lahm und Manuel Neuer in die Allianz-Arena einziehen. Noch einmal wird er von den Fans gefeiert. Das wird ein guter Tag. Ganz bestimmt.

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