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Xavi Hernandez bedankt sich bei den Barca-Fans.

Xavi Hernandez bedankt sich bei den Barca-Fans.

dpa

Xavi Hernandez bedankt sich bei den Barca-Fans.

Madrid (dpa) - Als Xavi noch ein Kind war, schickten ihn die Eltern oft los, um Brot fürs Abendessen zu kaufen. Nicht selten kehrte er jedoch mit leeren Händen zurück. «Die Bäckerei war schon zu», war dann seine Ausrede.

In Wirklichkeit hatte er sich - mal wieder - von seinen Freunden in Terrassa zu einem Fußballspiel auf dem Bolzplatz überreden lassen. Auch seine kleine Schwester Ariadna, die klasse mit dem linken Fuß schießen konnte, war oft mit von der Partie. Vor allem Xavi bewies aber schon damals sein Riesentalent.

Heute, mit 30 Jahren, wird der Spielmacher der spanischen Nationalmannschaft als einer der besten Fußballer der Welt gefeiert - und beim FC Barcelona ist er nun der Profi mit den meisten Pflichtspielen in der 111-jährigen Vereinsgeschichte: Seine 550. Partie bestritt er am Mittwochabend im Pokal bei Athletic Bilbao (1:1). Der nur 1,70 Meter große Mittelfeldregisseur brach damit den Rekord von Miguel Bernardo Bianquetti (549), ein rüder Innenverteidiger, der den Beinamen «Tarzan» trug und von 1973 bis 1988 für die Katalanen spielte.

«Ich bin stolz, dieses Trikot tragen zu dürfen», sagte Xavi nach der Partie, in der sich Barça für das Viertelfinale qualifizierte. «Ich möchte noch viele Jahre für diesen Club spielen und hoffe bloß, dass ich von Verletzungen verschont bleibe.» Zu gut erinnert sich der Fußball-Ästhet an die Saison 2005/2006, als ihn ein Kreuzbandriss im rechten Knie außer Gefecht setzte.

Xavier Hernández i Creus, so sein vollständiger Name, wurde in Terrassa geboren, wuchs aber im 30 Kilometer entfernten Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens, auf. Die Fußballbegeisterung hat er von Vater Joaquín, der selbst bei kleineren Vereinen spielte und später Trainer war. Ein Späher des FC Barcelona holte Xavi als Elfjährigen in die Kaderschmiede des Clubs, La Masía. Bereits mit 18 ließ ihn der damalige Coach Louis van Gaal in der ersten Mannschaft debütieren, zehn Jahre später übernahm Xavi als großer Organisator die Rolle des heutigen Trainers Josep Guardiola auf dem Spielfeld. Fünf Meister- und zwei Champions-League Titel gewann der 30-Jährige bereits mit den Katalanen.

Xavi ist aber auf dem Rasen nicht nur der Spieler, «der alles sieht und alles kontrolliert» («Sport»), er ist bei Barça und in der «Selección» auch der Dirigent des «tiqui-taca», dem kunstvollen Kombinationsspiel, das die Rivalen verzweifeln lässt. Seine einzige Schwäche ist der Torabschluss. Dennoch ist der Europa- und Weltmeister einer der drei Anwärter auf den Titel des Weltfußballers 2010 - die anderen zwei sind seine Barça-Kollegen Andrés Iniesta und Lionel Messi.

Xavi, der im EM-Endspiel 2008 in Wien Fernando Torres den entscheidenden Pass zum 1:0-Sieg über Deutschland gab, ist trotz allem aber bescheiden geblieben. «Meine Mitspieler sind es, die mich meinen Job gut machen lassen. In einem schwächeren Verein würde man mich nicht für einen so guten Fußballer halten.»

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