FIFA-Generalsekretär
Laut Jérôme Valcke müsse möglicherweise in Russland eine andere Arbeitsweise praktiziert werden. Foto: Marcelo Sayao

Laut Jérôme Valcke müsse möglicherweise in Russland eine andere Arbeitsweise praktiziert werden. Foto: Marcelo Sayao

dpa

Laut Jérôme Valcke müsse möglicherweise in Russland eine andere Arbeitsweise praktiziert werden. Foto: Marcelo Sayao

Rio de Janeiro (dpa) - Trotz einiger Hürden wird es nach Überzeugung des Fußball-Weltverbandes FIFA bei Brasiliens WM-Spielstätten keine Ausfälle geben. «Wir werden zwölf Stadien und zwölf Städte haben», sagte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke 77 Tage vor WM-Start.

Dazu gehört auch das WM-Eröffnungsstadion in São Paulo, das wohl erst rund vier Wochen vor dem Anpfiff am 12. Juni fertig wird. Die Erfahrungen der letzten Jahre mit den Vorbereitungen in Brasilien lassen die FIFA schon an die Nachfolge-WM 2018 in Russland denken. Dort müsse möglicherweise eine andere Arbeitsweise praktiziert werden, meinte Valcke.

Eine Sorge ist die Finanzierung von Millionenausgaben für temporäre WM-Aufbauten rund um die Stadien. Für das Beira-Rio-Stadion des Erstliga-Clubs Internacional in Porto Alegre wurde in dieser Woche eine Lösung gefunden. Nach der Weigerung des Vereins, für die Kosten aufzukommen, sprang der Bundesstaat Rio Grande do Sul ein. In São Paulo steht eine solche Regelung noch aus.

In dieser Frage will die FIFA bei der Russland-WM in vier Jahren eventuell anderen Weg einschlagen. Es sei zu überlegen, ob etwa die Kosten für die temporären WM-Aufbauten direkt vom Staat getragen würden und nicht wie in Brasilien vertraglich vereinbart von den Stadioneigentümern. Der Unterschied sei, dass in Russland die zwölf WM-Stadien - bis auf das in Moskau - staatlich finanziert seien.

Zur Corinthians-Arena in São Paulo, wo das WM-Turnier am 12. Juni mit dem Spiel von Gastgeber Brasilien gegen Kroatien eröffnet wird, gebe es keine Alternative. Es sei allerdings auch dort noch viel zu tun. «Die Zeit rennt», warnte Valcke. Die Arbeiten in dem Stadion waren nach einem schweren Kranunfall mit zwei Toten im vergangenen November in Verzug geraten. Damals war ein Teil des Daches zerstört worden.

Mit Blick auf die massiven Verzögerungen bei den Stadienbauten in Brasilien betonte der FIFA-Generalsekretär, dass man oft vor Verspätungen gewarnt habe. «Aber immer dann, wenn ich etwas Härteres gesagt habe, war ich die schlimmste Person auf der Welt», sagte Valcke. Die wenigsten Stadien hielten die Abgabefristen der FIFA ein. Der Franzose war aufgrund seiner Kritik von Sportminister Aldo Rebelo zwischenzeitlich sogar zur unerwünschten Person erklärt worden.

Zur der WM vom 12. Juni bis 13. Juli werden auch rund 600 000 ausländische Touristen erwartet. Die FIFA vergab für die 64 Spiele des Turniers bislang 2,56 Millionen Tickets. Bei der aktuellen noch bis 1. April laufenden Runde seien 295 387 Eintrittskarten verkauft worden, sagte FIFA-Marketingchef Thierry Weil. Die nächste Runde beginne am 15. April; in dieser Phase könnten Eintrittskarten zunächst nur per Kreditkarte gekauft werden.

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