Einig
DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

UEFA-Oberhaupt Michel Platini stellte die persönlich die EM-Städte vor. Foto: Laurent Gillieron

13 EM-Städte und nur ein Finale - das große Los hat London gezogen. Foto: Salvatore Di Nolfi

Die deutsche Delegation rechnet sich durch den Final-Verzicht gute Chancen für die Vergabe 2024 aus. Foto: Patrick Seeger

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DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

Genf (dpa) - Die deutschen Fußball-Fans dürfen sich bei der EM 2020 auf vier Partien in München freuen und auf die gesamten EM-Spiele in den Stadien der Weltmeister-Liga 2024 hoffen. Zwar erhielt der Deutsche Fußball-Bund am Freitag in Genf nicht den Zuschlag für das Endspiel und die Halbfinals der ersten Pan-europäischen Europameisterschaft 2020, bekam aber ein Viertelfinale und drei Gruppenspiele in München zugesprochen. Zudem sind mit der Entscheidung der UEFA für London als Krönungsort des übernächsten Europameisters die deutschen Chancen auf die Ausrichtung der kompletten EM 2024 deutlich gestiegen. Es spricht sehr viel dafür, dass Deutschland bei zwei aufeinanderfolgenden Kontinental-Turnieren als Veranstalter dabei ist.
Präsentation
DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

UEFA-Oberhaupt Michel Platini stellte die persönlich die EM-Städte vor. Foto: Laurent Gillieron

13 EM-Städte und nur ein Finale - das große Los hat London gezogen. Foto: Salvatore Di Nolfi

Die deutsche Delegation rechnet sich durch den Final-Verzicht gute Chancen für die Vergabe 2024 aus. Foto: Patrick Seeger

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UEFA-Oberhaupt Michel Platini stellte die persönlich die EM-Städte vor. Foto: Laurent Gillieron

«Es ist für uns genau das eingetroffen, was wir uns vorgestellt hatten», sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach nach der Zeremonie im schmucklosen Espace Hippomène. Niersbach hatte die deutsche Bewerbung um die beiden Halbfinals und das Endspiel am Morgen in der Sitzung des Exekutivkomitees zurückgezogen, nachdem die UEFA in ihrem technischen Bericht publik gemacht hatte, dass London mit dem Wembley-Stadion die etwas besseren Noten als die Allianz Arena in München aufwies. So vermied der DFB eine Abstimmungsniederlage gegen London und versicherte sich zudem der Unterstützung Englands für die nächste Bewerbungsrunde. «Wir werden uns für 2024 nicht bewerben, das wäre ja Zeitverschwendung», sagte Englands Verbandschef Greg Dyke. «Wenn er das so gesagt hat, nehmen wir das erfreut zur Kenntnis», sagte Helmut Sandrock, Generalsekretär beim DFB. Ansonsten waren die Verantwortlichen sehr bemüht, den Eindruck zu vermeiden, dass die EM 2024 in Deutschland nun bereits in trockenen Tüchern sei. «Da liegt jetzt vielleicht von heute bis 2024 ein Teppich, aber das ist noch kein Roter Teppich, über den man nur noch rüber gehen müsste», sagte Niersbach. Doch der Weg ist bereitet.
Finale
DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

UEFA-Oberhaupt Michel Platini stellte die persönlich die EM-Städte vor. Foto: Laurent Gillieron

13 EM-Städte und nur ein Finale - das große Los hat London gezogen. Foto: Salvatore Di Nolfi

Die deutsche Delegation rechnet sich durch den Final-Verzicht gute Chancen für die Vergabe 2024 aus. Foto: Patrick Seeger

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13 EM-Städte und nur ein Finale - das große Los hat London gezogen. Foto: Salvatore Di Nolfi

Erstmal freuten sich die deutschen Strippenzieher dennoch darüber, bei der übernächsten EM vier Partien in München zu haben. «Wir sind sehr zufrieden, dass wir den Zuschlag erhalten haben», erklärte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern. München werde ein «großartiger Gastgeber» sein. Zwei von drei Vorrundenpartien würde eine deutsche Elf in München bestreiten, die Qualifikation für die Endrunde der 24 Teams vorausgesetzt. Es sei «sicher ein Vorteil, dass unsere Mannschaft in der Vorrunde vor eigenem Publikum spielen und mit Rückenwind ins Turnier starten kann», sagte Bundestrainer Joachim Löw auf der DFB-Homepage. Schon bei der EM 1988 als Finalstandort und bei der WM 2006 mit dem Eröffnungsspiel spielte die bayerische Landeshauptstadt in den DFB-Planungen eine wichtige Rolle. Nun ist sie auch bei der übernächsten EM dabei, die in insgesamt 13 Ländern ausgetragen wird. UEFA-Präsident Michel Platini hatte die Idee ins Leben gerufen, der Franzose will damit das 60-jährige Jubiläum der EM feiern. «Es war erst ein Traum, jetzt ist er Realität», sagte Platini bei der Bekanntgabe der EM-Länder.
Vorspiel
DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

DFB-Präsident Niersbach und sein englischer Amts-Kollege Dyke spielen sich bei der EM-Vergabe die Bälle zu. Foto: Laurent Gillieron

UEFA-Oberhaupt Michel Platini stellte die persönlich die EM-Städte vor. Foto: Laurent Gillieron

13 EM-Städte und nur ein Finale - das große Los hat London gezogen. Foto: Salvatore Di Nolfi

Die deutsche Delegation rechnet sich durch den Final-Verzicht gute Chancen für die Vergabe 2024 aus. Foto: Patrick Seeger

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Die deutsche Delegation rechnet sich durch den Final-Verzicht gute Chancen für die Vergabe 2024 aus. Foto: Patrick Seeger

Dem UEFA-Boss waren die Absprachen zwischen Deutschland und England hinter den Kulissen egal. «Da weiß ich nichts drüber.» Er präsentierte lieber stolz die 13 Gewinner seiner den gesamten Kontinent umspannenden Europameisterschaft, zu der auch Exoten wie Aserbaidschans Hauptstadt Baku zählen. «Das ist fantastisch für den Fußball dort», sagte Berti Vogts, Nationalcoach im Land am Kaukasus. Neben München und Baku wurden die russische Metropole St. Petersburg und Rom mit drei Gruppenspielen und einem Viertelfinale bedacht. Drei Vorrundenpartien und je ein Achtelfinale finden in Kopenhagen, Bukarest, Amsterdam, Dublin, Bilbao, Budapest, Brüssel und Glasgow statt. Leer gingen Wales (Cardiff), Schweden (Stockholm) sowie Weißrussland (Minsk), Bulgarien (Sofia), Mazedonien (Skopje) und Israel (Jerusalem) aus. Das letzte Quartett nahm an der Abstimmung nicht mehr teil, weil es die UEFA-Anforderungen nicht erfüllt hatte. Letztmals fanden 1988 EM-Spiele in Deutschland statt. Die DFB-Elf schied damals im Halbfinale in Hamburg gegen den späteren Europameister Niederlande aus. Der nächste EM-Schauplatz ist 2016 Frankreich, erstmals sind dann 24 statt 16 Mannschaften dabei. Sollte der Deutsche Fußball-Bund die EM 2024 tatsächlich zugesprochen bekommen, könnte dies die deutschen Olympia-Chancen für das Jahr deutlich verringern. Berlin und Hamburg haben ihr Interesse an den Sommerspielen in zehn Jahren bekundet, deutsche Sportfunktionäre bereits von einem «Super-Sport-Sommer» geträumt. Doch zwei Sport-Großereignisse in einem Land innerhalb kürzester Zeit sind nahezu ausgeschlossen. Für den Deutschen Olympischen Sportbund war dieser Tag in Genf also kein guter. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper gab sich dennoch weiter optimistisch. «Wenn ein Land zwei solch große Sportereignisse in einem Jahr schultern kann, dann ist das Deutschland», sagte Vesper der «Rheinischen Post» (Samstag).

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