Stürmer
David Trezeguet geht jetzt für den argentinischen Traditionsclub River Plate auf Torejagd. Foto: Manuel Lorenzo

David Trezeguet geht jetzt für den argentinischen Traditionsclub River Plate auf Torejagd. Foto: Manuel Lorenzo

dpa

David Trezeguet geht jetzt für den argentinischen Traditionsclub River Plate auf Torejagd. Foto: Manuel Lorenzo

Buenos Aires (dpa) - Ein Weltmeister will es mit 34 Jahren noch einmal wissen. Der Franzose David Trezeguet zog in seine Jugendheimat Argentinien zurück, um sich auf die alten Fußball-Tage zu beweisen.

«Ich will hier Geschichte schreiben», sagte der Stürmer in Buenos Aires nach seinem ersten Training beim Traditionsclub River Plate. Der Rekordmeister spielt allerdings erstmals in seiner 110-jährigen Geschichte in der 2. Liga. Dort wird mehr getreten als gedribbelt. Schlicht die «Hölle», sagen viele.

Aber nicht nur die Treterei, auch der Druck ist immens. Der von den Fans geforderte Wiederaufstieg ist kein Selbstgänger. Obwohl River Plate Ex-Nationalspieler wie Fernando Cavenaghi und Adolfo Dominguez in seinen Reihen hat, liegt man kurz vor Ende der Hinrunde von vielen bedrängt nur auf Platz zwei. Trezeguet freut sich auf die Herausforderung. Er wuchs in Buenos Aires auf, ist eingefleischter River-Fan. «Ich habe mit Frankreich die WM 1998 und die EURO 2000 gewonnen. Mit Juventus habe ich in Italien vier Titel geholt. Aber das, was ich hier erleben darf, ist unvergleichlich, das Beste, ein Traum», versicherte er.

Die Zeitung «Clarin» stellte fest, Trezeguet habe sich beim ersten Training im legendären Monumental-Stadion, dem Schauplatz des WM-Finales 1978, «wie ein fünfjähriges Kind gefreut». Für die Operation «Zurück zu den Wurzeln» verzichtet Trezeguet auf viele Öl-Dollars. Nach nur vier Monaten beim Abu-Dhabi-Club Baniyas kündigte er im Dezember seinen 1,6-Millionen-Euro-Einjahresvertrag. Damals führte er eine Knieverletzung als Grund an. Von der war beim ersten Training in Buenos Aires aber nicht mehr viel zu spüren. Baniyas-Coach Gabriel Calderón, ein Argentinier, wusste, was Sache war: «David war hier nicht glücklich, er hat andere Pläne».

David wurde im französischen Rouen als Sohn des argentinischen Spielers Jorge Trezeguet geboren, bestritt in Argentinien fünf Ligaspiele für Platense, bevor er 1995 nach Monaco zog. Dort bildete er mit Thierry Henry einen Sturm, der den AS 1997 zum Meister machte. Michel Platini taufte David «Trezegol». Der Stürmer traf im Fürstentum (52 Tore in 93 Spielen) ebenso oft wie für Juventus (138/245), Frankreich (34/71) oder zuletzt 2010/11 für Hercules Alicante (12/31). Nun will Trezeguet im weißen Trikot mit dem roten Querstreifen den heruntergekommenen «Millonarios» mit seinen Toren helfen. Auch französische Journalisten waren dabei, als er am Rio de la Plata sagte: «Das ist ein Abenteuer, ich bin sehr motiviert.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer