Umkämpft
Almerias Ulloa in der Zange von Reals Khedira und Arbeloa.

Almerias Ulloa in der Zange von Reals Khedira und Arbeloa.

dpa

Almerias Ulloa in der Zange von Reals Khedira und Arbeloa.

Madrid (dpa) - Rückschlag für Real Madrid im Kampf um die spanische Fußballmeisterschaft, Prügel für Sami Khedira: Nach einem enttäuschenden 1:1 der «Königlichen» beim Abstiegskandidaten UD Almería drosch die Madrider Sportpresse kräftig auf den deutschen Nationalspieler ein.

«Khedira kann nicht einen Spielzug einleiten», polterte das Sportblatt «Marca». «Der Deutsche hat eine Ball-Allergie. Er will den Ball nicht sehen, weil er damit nichts anzufangen weiß.» Das Konkurrenzblatt «As» stufte den Ex-Stuttgarter in seiner Spielkritik als den schlechtesten Real-Akteur ein.

Der FC Barcelona nutzte derweil den Ausrutscher der Madrilenen und baute den Vorsprung zum Titelrivalen auf vier Punkte aus. Die Katalanen sicherten sich zum Abschluss der Hinrunde mit einem 4:1- Sieg über den FC Málaga den inoffiziellen Titel des Wintermeisters. Das Team um Lionel Messi & Co schwebt von einem Rekord zum nächsten: Mit 52 Punkten absolvierte Barça die beste Hinrunde in der Geschichte der Primera División; mit 61 Toren sowie einer Serie von 28 Pflichtspielen ohne Niederlage stellte das Team zwei weitere Bestleistungen in der Vereinsgeschichte auf.

Real stolperte in Almería ausgerechnet dort, wo der FC Barcelona kürzlich 8:0 gewonnen hatte. Nach dem 1:1 beim Schlusslicht der Liga traten bei den Madrilenen interne Spannungen zutage. Trainer José Mourinho hatte überraschend seinen einzigen Mittelstürmer Karim Benzema auf der Ersatzbank gelassen. Dies wurde als ein Signal an die Vereinsführung interpretiert, dass der Coach von dem Franzosen nicht viel hält und Real sein Werben um den HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy oder einen anderen Angreifer verstärken soll. Generaldirektor Jorge Valdano konterte nach der Partie mit einer Spitze gegen den Trainer: «Wir hatten doch einen Neuner, aber der saß auf der Bank.»

Reals Sportdirektor Miguel Pardeza bezeichnete eine Rückkehr van Nistelrooys nach Presseberichten als «eine Möglichkeit», fügte aber hinzu: «Es gibt auch andere.» Der «Marca»-Kolumnist Roberto Palomar hielt den Madrilenen vor, sich mit ihrem Werben um den Niederländer lächerlich zu machen: «Man kann nicht von den Hamburgern verlangen, ihren Stürmer gratis herzugeben, als wäre der HSV die B-Elf von Real.» Die Madrilenen sollten sich im eigenen Nachwuchs umschauen.

Während Real verzweifelt nach einem Mittelstürmer als Ersatz für den verletzten Gonzalo Higuaín sucht, landet Barça einen Kantersieg nach dem anderen - und das ohne einen echten Sturmtank. Gegen Málaga nahm Messi sich eine Auszeit als Torjäger, dafür trafen David Villa (17./35. Minute), Andrés Iniesta (7.) und Pedro (35.). Die Abwehr um die FC-Bayern-Leihgabe Martin Demichelis war machtlos. Trainer Josep Guardiola warnte sein Team vor Überheblichkeit: «Vier Punkte sind ein lächerlicher Vorsprung. Wenn wir glauben, den Titel fast schon sicher zu haben, werden wir eine böse Überraschung erleben.»

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