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Robinho (r) putzt Antonio Cassano (l) nach dessen Treffer den Schuh.

Robinho (r) putzt Antonio Cassano (l) nach dessen Treffer den Schuh.

dpa

Robinho (r) putzt Antonio Cassano (l) nach dessen Treffer den Schuh.

Mailand (dpa) - Milans Superstar Robinho ging vor Antonio Cassano in die Knie, setzte den Fuß des genialen Vorbereiters auf seinen Oberschenkel und putzte «FantAntonio» im Giuseppe-Meazza-Stadion den Schuh.

Knapp zwei Monate nach seinem Wechsel von Sampdoria Genua zum AC Mailand liegen seine Mitspieler und die Milan-Fans dem 28-Jährigen bereits zu Füßen.

Mit Zauberpässen und seinem ersten Tor für Milan führte Cassano den Spitzenreiter der Serie A zum 4:0-Sieg gegen den AC Parma. Damit wahrte Milan (52 Punkte) mit dem Ex-Münchner Mark van Bommel und dem deutschen Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel seine Führung vor den Verfolgern SSC Neapel (49) und Lazio Rom (45). Die Neapolitaner gewannen beim Vize-Meister AS Rom (39) am 25. Spieltag dank eines Doppelschlags von Edinson Cavani mit 2:0. Die Römer schlugen Brescia 2:0.

«Ich hätte nicht gedacht, dass er nach dem Länderspiel in Deutschland 90 Minuten durchhält», staunte Trainer Massimiliano Allegri über Cassanos Galavorstellung. Immer noch wirkt der kleine Dribbler auf dem Platz pummelig und langsam. Sein Trainingsrückstand ist noch enorm, seine Leistung beim 1:1 in Dortmund gegen die DFB-Elf und nun gegen Parma deshalb umso höher zu bewerten.

Bei Sampdoria war der als undiszipliniert geltende Stürmer Ende Oktober suspendiert worden, nachdem er Club-Präsident Riccardo Garrone vor Teamkollegen und Vereinsfunktionären beschimpft hatte. Erst nach seinem Wechsel zu Milan konnte «Super-Cassano» wieder normal trainieren.

«Das ist der Neuanfang für mich», jubelte Cassano nach seiner Vorstellung gegen Parma, bei der er nach Clarence Seedorfs Führungstreffer (8. Minute) in der 17. Minute sein 100. Tor in Italien erzielte. «Die Vorlage für Robinho war mir aber viel wichtiger. Ich bereite lieber zwei Tore vor, als eins selbst zu machen», sagte Cassano, der dem Brasilianer in der zweiten Halbzeit gleich zu zwei Treffern gratulieren konnte.

Italiens Sportzeitungen feierten aber vor allem Cassano. «Er hat einen goldenen Fuß», titelte die «Gazzetta dello Sport» über den exzentrischen Kicker, der bei Sampdoria, Real Madrid und dem AS Rom wegen Eskapaden in Ungnade gefallen war. Milan nahm ihn dennoch für ein Jahresnettogehalt von knapp drei Millionen Euro bis Sommer 2014 unter Vertrag. Die Mailänder glauben den Quertreiber bändigen zu können. «Mit Cassano werden wir wieder einen Titel holen», sagte Club-Präsident Silvio Berlusconi vor Weihnachten.

Neben Cassano bekam auch der deutsche Jungstar Alexander Merkel wieder viel Lob: «Allegris Liebling wächst. An einem Tor war er an der Vorbereitung beteiligt, beinahe hätte er selbst getroffen und er macht immer Druck», lobte die «Gazzetta» den 18-jährigen Mittelfeldspieler, der über die volle Distanz spielte.

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