HSV-Problem
Hamburgs Torschütze Ruud van Nistelrooy möchte zu Real Madrid wechseln.

Hamburgs Torschütze Ruud van Nistelrooy möchte zu Real Madrid wechseln.

dpa

Hamburgs Torschütze Ruud van Nistelrooy möchte zu Real Madrid wechseln.

Gelsenkirchen (dpa) - Real Madrid lockt, der Hamburger SV blockt: «Die Situation ist nicht einfach für mich. Real ist nicht irgendein Club. Es ist der einzige Verein, der in meinem Kopf etwas ändern kann», formulierte Ruud van Nistelrooy seinen Wechselwillen zum spanischen Rekordmeister unverhohlen.

Sein mit Schulter und Arm kurios erzielter Siegtreffer in der 53. Minute zum 1:0 (0:0) beim FC Schalke 04 könnte bereits das Abschiedsgeschenk des 34-jährigen Niederländers an die Hanseaten gewesen sein. Auch wenn die Verantwortlichen den Torjäger nicht ziehen lassen wollen.

Laut HSV-Sportchef Bastian Reinhardt und Trainer Armin Veh liegt kein offizielles Angebot der Madrilenen für van Nistelrooy vor, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Doch bereits vor der Partie hatte der Stürmer seinen Club über das «königliche» Interesse informiert. «Es ist schon verrückt, was passiert», sagte van Nistelrooy.

«Ich weiß seit zwei Tagen davon, und ich habe mit Ruud darüber gesprochen», bestätigte Veh, der den Stürmer «unter keinen Umständen» abgeben will, aber kaum Einfluss auf die Entscheidung haben dürfte. «Sein Weggang wäre ein herber Verlust und nicht zu kompensieren. In 14 Tagen können wir keinen Ersatz finden, der diese Klasse hat», sprach sich Veh klar für den Verbleib des Stürmer aus. Man wolle «alles tun, um ihn zu halten», zumal in Mladen Petric und Paolo Guerrero zwei weitere Stürmer derzeit verletzt sind.

Eindringlich appellierte Veh an Clubchef Bernd Hoffmann, der nach van Nistelrooys Treffer auf der Schalke-Tribüne aufgesprungen war und kämpferisch die Faust geballt hatte. Nach den Turbulenzen auf der Mitgliederversammlung und den Spekulationen um die Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportdirektor muss der umstrittene Hoffmann nun eine weitere Baustelle beackern. «Bei allem Respekt für die Gefühle von Ruud, die ich verstehen kann, aber unser Präsident kann ihn nicht so einfach gehen lassen», sagte Veh. Nach Informationen der spanischen Zeitung «As» wolle der Angreifer am (heutigen) Sonntag mit den HSV-Verantwortlichen über einen möglichen Wechsel sprechen.

Real-Trainer José Mourinho, der nach der der Rückenoperation von Gonzalo Higuain dringend Ersatz für die Offensive sucht, bestätigte die geplante Rückholaktion des Niederländers, der vor seinem Wechsel nach Hamburg im Januar 2010 dreieinhalb Jahre für die «Königlichen» auf Torejagd gegangen war und den Club zu zwei Meisterschaften geschossen hatte. Auch zu Bayern Münchens Miroslav Klose sollen die Madrilenen Kontakt aufgenommen haben. «Wenn es Ruud wird, wäre ich sehr glücklich», betonte Mourinho am Samstagabend. Laut spanischen Medien will Real keine Ablösesumme für van Nistelrooy zahlen, weil man ihn vor einem Jahr ebenfalls ablösefrei zum HSV ziehen ließen.

Laut van Nistelrooy sind nun die Berater und Vereine am Zug. «Mal sehen, was in den nächsten Tagen passiert», sagte der 34-Jährige nach der «komischen Woche» nachdenklich. Er gab aber auch zu, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen. «Ich kann die Jungs nicht so einfach im Stich lassen. Ich habe dem HSV viel zu verdanken.»

Zwar schloss Sportchef Reinhardt einen Transfer aus («Er hat einen Vertrag bei uns. Es gibt nix, worüber wir da reden müssen»), doch selbst Torhüter Frank Rost zeigte Verständnis für seinen Mitspieler. «Er ist ein Super-Typ. Ich würde gern weiter mit ihm zusammenspielen. Aber ich möchte jetzt nicht in seiner Haut stecken und könnte verstehen, wenn er seine Karriere gern bei Real Madrid beenden will.»

Die bittere Auftaktpleite für Schalke ging in den Diskussionen um van Nistelrooy fast unter. Gleichwohl kommentierte Trainer Felix Magath das 0:1 und den Rückfall in vergessen geglaubte Zeiten mit bitterer Miene. «Wir haben uns nach dem Rückstand quasi in unser Schicksal ergeben», sagte Magath, dessen vollmundig angekündigte Aufholjagd bereits zum Rückrundenauftakt gestoppt wurde. «Jetzt müssen wir uns von den oberen Plätzen verabschieden.»

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