Mesut Özil
Mesut Özil kann den Saisonstart mit Arsenal London nach den zuletzt schweren Wochen kaum erwarten. Foto: K. Jänsson/Bildbyran via ZUMA Press

Mesut Özil kann den Saisonstart mit Arsenal London nach den zuletzt schweren Wochen kaum erwarten. Foto: K. Jänsson/Bildbyran via ZUMA Press

dpa

Mesut Özil kann den Saisonstart mit Arsenal London nach den zuletzt schweren Wochen kaum erwarten. Foto: K. Jänsson/Bildbyran via ZUMA Press

London (dpa) - Mesut Özil kann den Saisonbeginn mit dem FC Arsenal kaum noch abwarten. Der Ex-Nationalspieler postete in dieser Woche ein Foto, das ihn bestens gelaunt zeigt.

«Pure Vorfreude», schrieb der 29-Jährige dazu und stellte so auch klar: Die turbulenten Wochen mit Erdogan-Fotos, verkorkster Weltmeisterschaft und seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft hat er hinter sich gelassen. «Zeit, dass die Premier League 2018/19 losgeht», postete er später. Mit Arsenal steht er vor einem Neustart.

Bis vor kurzem kannten viele Gunners-Fans und auch Özil nur einen Arsenal-Trainer. Nach 22 Jahren unter dem Franzosen Arsène Wenger steht nun der Spanier Unai Emery an der Seitenlinie. Anfängliche Sprachprobleme - Emery sprach nur sehr gebrochen Englisch - sind weitestgehend behoben. Im Arsenal-Umfeld steigt die Euphorie, auch weil das Team in der Vorbereitung immer stärker zu werden schien. Kann Emery die Gunners revolutionieren wie Wenger in den 90er Jahren?

Beim International Champions Cup in Singapur fertigte Arsenal Emerys Ex-Club Paris Saint-Germain, der jetzt vom früheren BVB-Coach Thomas Tuchel trainiert wird, mit 5:1 (1:0) ab. Emery hatte mit PSG in der vergangenen Saison das nationale Triple gewonnen. Trotzdem musste er gehen, weil in der Champions League schon im Achtelfinale gegen den späteren Sieger Real Madrid Schluss war. Das kann Emery in London nicht passieren. Arsenal ist nicht für die Königsklasse qualifiziert.

Bis auf einzelne Spiele war die letzte Wenger-Saison mit Platz sechs eine einzige Enttäuschung für die Gunners - und auch für Özil. Emery kündigte an, er wolle ihm helfen, «mit dem Ziel, dass er seine Qualität im Team weiter verbessert». Özil waren in der vergangenen Spielzeit nur vier Tore und acht Vorlagen gelungen. Wegen Verletzungen stand er nur in 26 von 38 Liga-Spielen auf dem Platz.

Kritiker unterstellten ihm am Ende sogar, er würde sich für die Weltmeisterschaft schonen. «Früher war man leicht versucht, Özil in der Tradition deutscher Spieler zu sehen, die besser für ihr Land spielten als für ihren Club», schrieb das britische Fußball-Magazin «FourFourTwo» dazu. Jetzt muss er sich als Arsenal-Profi beweisen. Denn: «Er kann seine Ziele nur noch auf Vereinsebene realisieren.»

Die neue Rückennummer bedeutet eine zusätzliche Motivation für ihn. Ab sofort trägt er - genau wie Lionel Messi beim FC Barcelona oder Neymar bei PSG - die Nummer 10 auf dem Trikot. Durch den Wechsel von Jack Wilshere zu West Ham United wurde sie endlich frei. «Das ist mehr als nur eine Nummer», erklärte Özil bei Twitter. «Es bedeutet mir sehr viel, sie in der nächsten Saison zu tragen.»

Neuzugänge in Özils Team sind unter anderem der deutsche Torwart Bernd Leno, der von Bayer Leverkusen kam, und Verteidiger Sokratis von Borussia Dortmund. Die früheren BVB-Profis Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang stehen vor ihrer ersten vollen Spielzeit mit den Gunners, die zum Auftakt am Sonntag den englischen Meister Manchester City empfangen. Chance und Risiko zugleich: Ein guter Start würde Schwung geben, eine Niederlage gegen das Team von Trainer Pep Guardiola würde die neue Euphorie womöglich dämpfen.

Ob die Gunners tatsächlich von Özils DFB-Rücktritt profitieren, wird sich im Laufe der Saison zeigen. Die Vorbereitung lief auch für ihn gut. Dass Emery im Testspiel gegen Paris Özil zum Kapitän machte, wenn auch nur für eine Partie, war ein Vertrauensbeweis. Özil dankte es mit dem Führungstor und bot in Singapur eine gute Leistung. Vielleicht war es ja ein Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit.

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