Moskau (dpa) - Eine Woche nach der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 an Russland wird die Fan-Szene in Moskau von einer Bluttat erschüttert.

Ein Anhänger von Rekordmeister Spartak Moskau wurde bei einer Schlägerei mit Jugendlichen erschossen, ein weiterer Fan schwebt in Lebensgefahr. Mehr als 1000 Spartak-Fans gingen in der Nacht auf den 8. Dezember in Moskau auf die Straße und forderten eine harte Bestrafung des aus dem Kaukasus stammenden Täters. Als sich die Stimmung aufheizte und die Demonstranten nationalistische Parolen riefen, griff die Polizei durch und nahm zahlreiche Fans fest, wie die Agentur Interfax meldete.

Kioske und Straßenschilder seien bei der im Internet vereinbarten Versammlung zu Bruch gegangen, teilte die Polizei mit. Man habe eingreifen müssen, nachdem immer mehr Fans vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft in Sprechchören zu «Vergeltungsmaßnahmen» gegen Kaukasier aufgerufen hätten. Eine der Ausfallstraßen musste zeitweise gesperrt werden, die Polizei konnte die aufgebrachten Demonstranten aber beruhigen. Alle Festgenommenen seien wieder auf freiem Fuß.

Im russischen Fußball kommt es in der Fan-Szene immer wieder zu Gewalttaten, dabei auch oft gegen zugereiste Kaukasier. Experten nennen als einen Grund eine mangelhafte Betreuung durch die Vereine.

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