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Milans Mittelfeldspieler Alexander Merkel will von Miroslav Klose noch viel lernen. Foto: Daniel dal Zennaro

Milans Mittelfeldspieler Alexander Merkel will von Miroslav Klose noch viel lernen. Foto: Daniel dal Zennaro

dpa

Milans Mittelfeldspieler Alexander Merkel will von Miroslav Klose noch viel lernen. Foto: Daniel dal Zennaro

Mailand (dpa) - Beim Einzug ins Viertelfinale durfte Alexander Merkel von Beginn an ran. Nun hofft der 19-Jährige im Cup-Wettbewerb auch gegen Lazio Rom mit Nationalstürmer Miroslav Klose auf einen Einsatz. Die Konkurrenz ist aber groß beim 18-maligen italienischen Meister AC Mailand.

In einem Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht Merkel über seinen Umgang mit der Konkurrenz bei den Lombarden, was er von Klose lernen kann und wie es mit der Nationalmannschaft steht.

Wie sehr freuen Sie auf das Pokalduell mit Miroslav Klose und Lazio Rom?

Merkel: «Klar ist das eine interessante Konstellation, die in Deutschland besondere Aufmerksamkeit erregt. Und klar ist auch, dass es eine spannende Partie wird - der Pokal geht schließlich in die entscheidende Phase. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich nur noch daran denke, dass ich gegen Klose spiele werde. Wichtig ist, dass wir Lazio schlagen - im Pokal und eine Woche später auch in der Liga.»

Haben Sie schon mit ihm Kontakt aufgenommen?

Merkel: «Nein, wir kennen uns bisher nicht persönlich. Als Genua gegen Lazio gespielt hat, war ich verletzt, deshalb habe ich auch noch nie gegen ihn gespielt.»

Was können Sie von einem so erfahrenen Nationalspieler lernen?

Merkel: «Jede Menge. Ich bin erst 19 Jahre alt und kann von vielen Spielern noch einiges abschauen. Von Miro Klose hätte ich am liebsten seinen sehr guten Torriecher - auch wenn ich kein Stürmer bin. Und einen Salto kann ich übrigens auch nicht (lacht).»

Wie wichtig war der Wechsel zurück zum AC Milan für Ihre Karriere?

Merkel: «Endgültig kann man so etwas ja immer erst rückblickend sagen. Aber ich denke, dass ich in der Zeit in Genua einige wertvolle Erfahrungen sammeln konnte und hoffe, dass ich die jetzt in Mailand nutzen kann.»

Nach dem Pokalachtelfinale, bei dem Sie von Beginn an spielten, gab es Lob von ihrem Trainer. Zuletzt kamen Sie dennoch nur zu einem Kurzeinsatz. Ist das der Preis, wenn man in einem Verein mit Weltklassefußballern spielt?

Merkel: «Es ist schon so, dass bei Milan so viele Top-Stars spielen, dass selbst von ihnen mal einer auf die Bank muss. Dazu kommt aber, dass ich eine sehr turbulente und anstrengende Woche hatte: Am Dienstag erst der Wechsel und am Mittwoch gleich 120 Minuten in der Coppa gegen Novara. Dazu kommen Wohnungssuche und so weiter. Kurzum: Es war schon in Ordnung, dass ich auf der Bank saß, aber natürlich wünsche ich mir, dass das in Zukunft möglichst selten vorkommt.»

Sie sind gerade mal 19 Jahre... Wie gehen Sie damit um?

Merkel: «Klar bin ich noch jung - aber ich war ja schon vor meiner Zeit bei Genua in Mailand und habe mit den ganz Großen dort trainiert und gespielt. Ich habe nach wie vor großen Respekt vor ihnen, aber ich erstarre nicht in Ehrfurcht.»

Und mit der bekannt euphorischen italienischen Presse?

Merkel: «Die Medien gehören dazu. Ich komme damit ganz gut klar. Man darf sich allgemein nicht alles allzu sehr zu Herzen nehmen - weder überschwängliches Lob noch harsche Kritik.»

Viele junge deutsche Spieler, die in der Bundesliga sind, bekommen Chancen in der Nationalmannschaft. Fürchten Sie, dabei vernachlässigt zu werden?

Merkel: «Nein, ich spiele ja nicht auf dem Mond, sondern in einer der besten Ligen Europas. Außerdem habe ich von der U15 an für alle U-Nationalmannschaften gespielt, der DFB bekommt schon mit, was ich mache und leiste.»

Gibt es weiterhin keinerlei Kontakt zu Joachim Löw?

Merkel: «Mit Joachim Löw hatte ich noch keinen Kontakt, aber Matthias Sammer hat neulich gesagt, dass er mich demnächst mal anrufen will und auch Oliver Bierhoff hat sich zuletzt öffentlich sehr positiv geäußert. Beides hat mich natürlich sehr gefreut und das zeigt auch, dass der DFB die Serie A und meine Entwicklung verfolgt.»

Wie sehr reizt Sie denn ein Top-Club in der Bundesliga?

Merkel: «Die Bundesliga ist eine sehr spannende Liga mit tollen Fans und vollen Stadien. Aber ich fühle mich auch in Italien pudelwohl und habe sowohl die Sprache als auch die Mentalität kennen und lieben gelernt.»

Gibt es Anfragen?

Merkel: «Ich habe nur aus den Medien von einem angeblichen Interesse aus der Bundesliga gehört, konkrete Anfragen gab es nicht so weit ich weiß. Aber das ist gerade sowieso kein Thema für mich.»

Was würden Sie Miroslav Klose am liebsten nach dem Abpfiff am Donnerstagabend sagen und mit auf den Heimweg geben?

Merkel: «Auch wenn ich ihm sonst nur das Beste wünsche, würde ich natürlich gerne sagen: 'Sorry Miro, aber wir waren einfach besser.'»

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