Barcelonas Andres Iniesta (r) hat in den italienischen Medien die Nase vorn.
Barcelonas Andres Iniesta (r) hat in den italienischen Medien die Nase vorn.

Barcelonas Andres Iniesta (r) hat in den italienischen Medien die Nase vorn.

dpa

Barcelonas Andres Iniesta (r) hat in den italienischen Medien die Nase vorn.

Zürich (dpa) - Gleich mit zwei Privatflugzeugen jettete die prominente Reisegruppe nach Zürich. Der Fußball-Weltverband FIFA hatte dem FC Barcelona die Flieger zur Verfügung gestellt, damit Lionel Messi, Xavi, Andrés Iniesta & Co. zur in die Schweiz zur Vergabe des Goldenen Balls kommen konnten.

Abends sollten die drei Ausnahmespieler schon wieder die Heimreise antreten. Bei der festlichen Gala im Züricher Kongresshaus konkurrierte das kongeniale Barça-Trio um die Trophäe des Weltfußballers. Mit an Bord der Maschinen waren auch der zum Trainer des Jahres nominierte Josep Guardiola, Vereinspräsident Sandro Rosell, weitere Profis wie David Villa und eine nicht näher bekannte Zahl von Angehörigen der Spieler. Der «Futbol Club Barcelona» als große Fußball-Familie - mit diesem Konzept und einer exzellenten Jugendarbeit erarbeiteten sich die Katalanen den Status als eines der besten Teams dieses Planeten. «Der FC Barcelona ist keine Mannschaft, sondern eine Dampfwalze», schrieb zuletzt «El Mundo» nach dem neunten Auswärtssieg in Serie des spanischen Meisters und Tabellenführers.

Die Dampfwalze importiert ihre Bestandteile allerdings nicht für viel Geld von fremden Zulieferbetrieben, sondern formt sie nach ganz präzisen Vorstellungen in der eigenen Talentschmiede «La Masia». Auch Messi, Xavi und Iniesta lernten dort ihr Handwerk.

«Als Xavi, Leo und Andrés aus der Jugend kamen, waren sie noch keine Goldener-Ball-Kandidaten. Sie haben diesen Status erreicht durch einen Prozess und durch die Geduld, die der Verein hatte», sagte Guardiola, nachdem seine drei Profis nominiert worden waren.

Den Titel verdankt Weltmeister Spanien auch dem 26 Jahre alten Iniesta, der im Endspiel gegen die Niederlande das Siegtor schoss, und dem vier Jahre älteren Xavi, der durch seine Ballsicherheit und Kreativität dem perfekten Spiel so nahe kommt wie kaum ein anderer. Weder Xavi und Iniesta noch der in Südafrika mit Argentinien im Viertelfinale an Deutschland gescheiterte Messi hat bis heute jemals bei einem anderen Profi-Club als Barça gespielt.

Der amtierende Weltfußballer Messi kam mit 13 Jahren ins «La Masia», damals hatte er eine Wachstums-Störung, und das einzige, was Barça am Anfang für ihn zahlte, waren die monatlichen Kosten für eine Hormontherapie und ein Gehalt von rund 600 Euro. Trainer Guardiola fördert die eigenen Talente noch mehr als seine Vorgänger, weil er früher selbst alle Jugendteams des Clubs durchlief.

Barcelonas Jugendarbeit hat deshalb so viel Erfolg, weil sie einer Leitidee folgt. In «La Masia» lernt jedes Kind, genauso offensiv zu spielen und zu denken wie die Profis. «Bis sie 16 sind, gehen sie bei uns kein einziges Mal in den Kraftraum. Sie machen keinen Dauerlauf und kein Zirkeltraining», erklärt Jugendkoordinator Albert Benaiges. In einem Interview des Fachmagazins «Kicker» sagte er: «Man kann sagen, die Wahl ist dieses Jahr ein Loblied auf ganz Barça.»

Wer «La Masia» durchlaufen hat, ist in der Regel für alles gewappnet im Fußball. Doch der FC Barcelona schult nicht nur das Passspiel und die Technik, sondern auch Tugenden wie Demut und Respekt. «Gewinne von uns dreien, wer mag, die Auszeichnung gilt Barça», sagt Xavi. Nach dem Champions-League-Sieg 2009 bekam jeder Spieler ein Auto des Clubsponsors. Xavi wirkte auf seine Kollegen ein, sich ein kleineres Modell zu bestellen und keine Nobelkarosse.

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