Al-Wasl-Coach
Diego Armando Maradona eifert seinem Trainer-Vorbild Arsène Wenger nach. Foto: Ali Haider

Diego Armando Maradona eifert seinem Trainer-Vorbild Arsène Wenger nach. Foto: Ali Haider

dpa

Diego Armando Maradona eifert seinem Trainer-Vorbild Arsène Wenger nach. Foto: Ali Haider

Dubai (dpa) - Die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona ist seit 2011 Trainer bei Al Wasl in Dubai. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht der 51-Jährige über sein neues Leben, sein Trainer-Vorbild Arsène Wenger und zieht einen Vergleich mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München.

Wie erleben Sie die neue Erfahrung als Trainer in einem Land, das nicht gerade als Fußball-Nation bekannt ist?

Maradona: «Für mich ist es, als ob ich Real Madrid, Barcelona, Boca Juniors oder Bayern München trainieren würde. Ich mache da keine Unterschiede, für mich ist das keine Erfahrung, es ist meine Arbeit. Dafür lebe ich, das ist meine Leidenschaft, und ich könnte nicht anders leben.»

Aber persönlich ist das doch etwas anderes. Sehr weit weg von Ihrem Land. Es ist eine andere Kultur, eine andere Sprache...

Maradona: «Ja, aber ich habe zehn Jahre im Ausland gelebt. Sieben Jahre in Italien, zwei in Barcelona, eines in Sevilla. Ich war immer weit weg von meinem Land.»

Aber hier ist alles ganz anders.

Maradona: «Es geht uns super. Man kann hier arbeiten, man versteht die Menschen, es gibt viel Respekt, und vor allem mögen die Menschen den Fußball. Es ist ein Segen, dass die Leute in einem so fernen Land den Fußball genießen.»

Und bis wann gibt es Maradona in den Emiraten?

Maradona: «Ich würde gerne meinen Vertrag verlängern, denn ich würde gerne ein langfristiges Projekt verwirklichen, vor allem für die 14, 16, 18, 20 Jahre alten Jungs, um ihnen zu zeigen, dass es nicht nur ums Geld geht, dass das Geld für alle wichtig ist, aber dass man den Ruhm nicht kaufen kann.»

Ist es ein großer Unterschied, die argentinische Nationalelf mit all ihren Stars zu trainieren oder Al Wasl, mit weniger begabten Spielern?

Maradona: «Ich hatte es dort leichter mit Lio (Messi), Kun (Agüero), mit (Carlos) Tevez, mit (Javier) Mascherano. Aber solange ich Arbeit habe und alles geben kann, was ich über lange Zeit in der Kabine, auf dem Platz erlebt habe, kann ich das ruhig auch in der Wüste machen, in aller Ruhe. Die Spieler können wechseln, die Namen - aber die Leidenschaft, die einer in sich trägt, das ändert keiner.»

Würden Sie hierbleiben, auch wenn Sie Ihr Herzensclub Boca Juniors ruft, wo es zuletzt Probleme mit Trainer Julio César Falcioni gab?

Maradona: «Ich liebe Boca. Wenn sie mich aus Verzweiflung rufen sollten, dann mach' ich mich auf den Weg. Wie es aussieht, ist Boca aber nicht verzweifelt. Boca hat einen großartigen Trainer, mit allem Auf und Ab. Und ich würde gerne meinen Vertrag erfüllen und dann noch mal verlängern. Ich möchte eine Art Arsène Wenger von Al Wasl werden.»

Wie finden Sie die heutige argentinische Nationalelf unter (Alejandro) Sabella?

Maradona: «Die schau ich mir nicht an, ich schau sie mir nicht an.»

Können Sie sie nicht sehen?

Maradona: «Ich kann nicht, das ist stärker als ich. Seit ich gegangen bin, habe ich mir kein einziges Spiel der Nationalelf mehr angeschaut.»

Warum?

Maradona: «Weil mir das Herz blutet.»

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