Moskau (dpa) - Mit Luxusuhren und fürstlichen Honoraren hat der umstrittene tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow ehemalige Fußball-Weltstars wie Diego Maradona in den Nordkaukasus gelockt.

Die Ex-Profis erhielten für ihre Teilnahme an einer Stadioneröffnung in Grosny unter anderem eine mit Brillanten besetzte Armbanduhr im Wert von bis zu 70 000 Euro. Das berichteten russische Medien über das Gastspiel in dem Konfliktgebiet vor einer Woche. Zusätzlich habe der kremltreue Kadyrow, dem Menschenrechtler Morde und Folter vorwerfen, jedem Spieler mindestens 200 000 Euro in bar gezahlt. Die Region ist von Arbeitslosigkeit und tiefer Armut geprägt.

Der Erstligist Terek Grosny, dessen Vorsitzender Kadyrow ist, nahm keine Stellung zu den Honoraren für frühere Weltstars wie Luis Figo oder Franco Baresi. Im März hatte Kadyrow bereits ein Spiel mit dem deutschen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus organisiert. Beobachter werten die Spaßkicks als Polit-PR für den früheren Tschetschenien-Krieger, der mit solchen Aktionen auch die Schrecken der 1990er Jahre vergessen machen will. Damals wüteten zwei Bürgerkriege in der islamisch geprägten Teilrepublik.

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