Comeback
Uruguays Nationalspieler Luis Suarez kehrt nach seiner Sperre ins Team des FC Liverpool zurück. Foto: EPA/STR

Uruguays Nationalspieler Luis Suarez kehrt nach seiner Sperre ins Team des FC Liverpool zurück. Foto: EPA/STR

dpa

Uruguays Nationalspieler Luis Suarez kehrt nach seiner Sperre ins Team des FC Liverpool zurück. Foto: EPA/STR

London (dpa) - Luis Suarez trägt Hemd und Krawatte. Er beschimpft einen Kopierer, klagt über die leere Kaffeekanne und tritt nach dem Fahrstuhl. Er schiebt einem Kollegen die Tastatur vom Schreibtisch und lässt sich fallen, als ein anderer ihm auf die Schulter tippt.

Nichts könnte den Stürmer des FC Liverpool besser beschreiben, als der Werbespot einer Bank, der vor ein paar Monaten mit dem Fußball-Nationalspieler als Protagonist in seinem Heimatland Uruguay ausgestrahlt wurde. Am Mittwoch steht Suarez den Reds im Liga-Pokal-Duell bei Manchester United erstmals nach seiner langen Sperre wieder zur Verfügung.

Für zehn Spiele hatte die englische Football Association (FA) den umstrittenen Profi aus dem Verkehr gezogen, weil er in der vergangenen Runde Chelseas Verteidiger Branislav Ivanovic in den Arm gebissen hatte. Es war nicht das erste Mal in seiner bisherigen Karriere. Auch im Trikot von Ajax Amsterdam hatte der Torjäger schon einmal zugebissen. Im Dezember 2011 ließ er sich dann auf der Insel zu rassistischen Äußerungen gegen ManUniteds Patrice Evra hinreißen und wurde acht Partien gesperrt. Beide könnten im Duell der dritten Runde im Old Trafford aufeinandertreffen. Liverpool musste seit Suarez' Wechsel von Ajax im Januar 2011 insgesamt 20 Mal wegen einer Sperre auf ihn verzichten.

Der TV-Spot zeigt aber auch die andere Seite des Kickers. Seine Beliebtheit und seine Torgefahr. Mit einer kleinen Papierkugel trifft der 26-Jährige zielsicher einen Arbeitskollegen am Kopf. Dann küsst er sein Tattoo am Handgelenk und jubelt, wie man das von ihm aus dem Stadion kennt. In 96 Einsätzen für Liverpool hat er 51 Treffer erzielt. «Er hat das Potenzial, dass die Fans ihm alles vergessen und verzeihen», schreibt der «Daily Telegraph». Dies beziehe auch das Wechseltheater im Sommer mit ein. Suarez hatte beinahe nichts unversucht gelassen, um die Anfield Road zu verlassen und bei einem Champions-League-Teilnehmer anzuheuern.

Dies alles soll nun vorbei sein. Endgültig. Der «Guardian» meint, Suarez habe begriffen, dass nicht immer alles nach seiner Nase gehe. Liverpool-Coach Brendan Rodgers ist sich sicher, dass der Torjäger dem Verein und den Fans nun zurückzahlen werde. «Er gehört wieder zur Mannschaft und darüber sind wir erfreut. Ich muss sagen, er hat sich fantastisch auf seine Rückkehr vorbereitet», erklärte Rodgers.

Obwohl der 18-malige englische Meister mit der jüngsten Partie gegen Southampton (0:1) nur eines der zehn Spiele ohne den «Uru» verloren hat, freut sich der Trainer auf die Rückkehr. Einen Spieler mit seiner Qualität wieder im Team zu haben, verleihe jedem einen Schub, meinte der Coach. Dennoch wollte er sich noch nicht festlegen, ob Suarez beim Rekordmeister von Beginn an stürmt und endlich auch im Stadion wieder seine Zielsicherheit unter Beweis stellen kann.

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