Die Mannschaften von Australien und Deutschland stehen vor dem Spiel in Sotschi auf dem Feld. Foto: Marius Becker
Die Mannschaften von Australien und Deutschland stehen vor dem Spiel in Sotschi auf dem Feld. Foto: Marius Becker

Die Mannschaften von Australien und Deutschland stehen vor dem Spiel in Sotschi auf dem Feld. Foto: Marius Becker

Russlands Präsident Wladimir Putin (l) und FIFA-Präsident Gianni Infantino geben sich vor dem Spiel des Gastgeber gegen Neuseeland die Hand. Foto: Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN

Die Zuschauertribünen könnten noch voller sein, doch die Ausrichter sind «insgesamt zufrieden». Foto: Christian Charisius

An Infoständen wie diesem in Kasan vermitteln junge Freiwillige Informationen zum Turnier. Foto: Christian Charisius

dpa, Bild 1 von 4

Die Mannschaften von Australien und Deutschland stehen vor dem Spiel in Sotschi auf dem Feld. Foto: Marius Becker

Kasan (dpa) - Der Confed Cup ist besser als sein Ruf - zumindest außerhalb Deutschlands. Vor allem die titelhungrigen Mitfavoriten lassen bei der oft belächelten Mini-WM in Russland bislang einen Hauch Weltmeisterschaftsatmosphäre aufkommen.

Die spärliche Kulisse beim Start des Teams von Joachim Löw erinnert allerdings mitnichten an ein Fest des Fußballs. Auch sportlich zeigen sich Licht und Schatten bei der Generalprobe für die WM 2018. Eine Bilanz der ersten Spiele des Confederations Cups.

DER FUSSBALL: Portugal - Mexiko (2:2) und Chile - Kamerun (2:0) waren Spiele mit hohem Tempo, viel Qualität und durchaus WM-würdig. Ozeanienvertreter Neuseeland fällt deutlich ab, konnte den Schaden beim 0:2 gegen Russland im Vergleich zum drittklassigen Tahiti vor vier Jahren aber noch im Rahmen halten. Joachim Löws Boygroup verbreitete beim 3:2 über Australien zwar noch keinen weltmeisterlichen Glanz, unterhielt aber mit offensivem Fußball.

DIE STARS: Mexikos Javier Hernández jubelte ausgelassen mit Fernglas-Geste und Liebesbekenntnis in die Kameras. Nachdem Chile der Führungstreffer durch den Videoreferee verwehrt wurde, schimpfte Chiles Arturo Vidal wie zu besten Bayern-Zeiten. Und Cristiano Ronaldo zeigte zumindest in einzelnen Momenten sein Ausnahmekönnen. Die Superstars beweisen, dass der Confed Cup für sie keine lästige Pflichtübung darstellt, sondern der Titel erstrebenswert ist.

DIE ZUSCHAUER: Der Andrang für das deutsche Spiel gegen Australien war erwartbar enttäuschend. Bei einem Fassungsvermögen des Fischt-Olympiastadions von 41 200 sahen offiziell nur 28 605 Zuschauer den 3:2-Sieg. Nur wenige Fans aus Deutschland verloren sich in der Arena an der Schwarzmeerküste. Insgesamt blieb bei den ersten vier Spielen knapp ein Viertel der Plätze leer. Die Zahl der Zuschauer hätte höher sein können, wurde der russische Vizeministerpräsident Witali Mutko in der Zeitung «Kommersant» zitiert. Insgesamt sei er aber «zufrieden». Auch beim russischen Auftaktsieg gegen Neuseeland war reichlich Luft nach oben, ins St. Petersburger Krestowski Stadion kamen lediglich 50 251 von möglichen 68 134 Zuschauern.

DIE STIMMUNG: In den vier Austragungsorten zeigt sich ebenfalls ein äußerst unterschiedliches Bild. Während in Sotschi das Motto eher Strand statt Stadion heißt, ist der Confed Cup in der Moskauer Innenstadt präsent. Es gibt zahlreiche Infostände, an denen junge Volunteers Informationen zum Turnier vermitteln. Mit Trommeln und dem traditionellen «Chi-Chi-Chi, Le-Le-Le»-Gesang feierten einige Chile-Fans dort unweit des Kremls. Auch in der Tatarenhauptstadt Kasan kickten Mexiko-Anhänger in der Altstadt mit dem Ball.

UND SONST? Der Videobeweis spaltet die Fußballwelt. Einerseits lieferte die technische Hilfe bei fünf Einsätzen richtige Entscheidungen, verwirrt aber andererseits auch Spieler und Fans. FIFA-Präsident Gianni Infantino ist «sehr glücklich», für Bundestrainer Löw «hat es sich bewährt», Chiles früherer HSV-Profi Marcelo Diaz sieht dem Fußball hingegen «die Essenz» entzogen. Die Themen Sicherheit und Hooligans sind mit dem ersten Anstoß aus dem Fokus geraten - ganz im Gegensatz zu Russlands Präsident Wladimir Putin, der das Eröffnungsspiel für eine bizarre Ansprache nutzte.

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