Gefeiert
Robert Huth feiert mit seinen Teamkameraden von Leicester seine Treffer gegen Manchester City. Foto: Nigel Roddis

Robert Huth feiert mit seinen Teamkameraden von Leicester seine Treffer gegen Manchester City. Foto: Nigel Roddis

dpa

Robert Huth feiert mit seinen Teamkameraden von Leicester seine Treffer gegen Manchester City. Foto: Nigel Roddis

Leicester (dpa) - Das Fußball-Märchen um Robert Huth in den englischen Midlands hat auch Joachim Löw längst vernommen. Die Diskussion um ein mögliches Comeback des Kult-Verteidigers von Leicester City in der deutschen Nationalmannschaft ist aber wohl nur eine Story aktueller Medienkultur.

Romantische Züge hat der Bundestrainer bei seiner Kaderauswahl noch nie in den Vordergrund gestellt - schon gar nicht im Jahr einer Titelmission. Trotz der langwierigen Muskelverletzung von Abwehrchef Jérôme Boateng wäre eine DFB-Rückkehr Huths nach fast sieben Jahren daher vor allem eines: Eine ganz, ganz große Überraschung.

Für eben solche hat Huth mit Leicester in dieser Saison schon reichlich gesorgt. Wöchentlich wurde das Ende der Erfolgsserie des designierten Absteigers prophezeit. Doch die «Foxes» aus dem ländlichen Herzen Englands siegen einfach weiter und führen die Premier League souverän an. Angetrieben von Typen wie eben Huth oder den bis zu dieser Saison praktisch unbekannten Offensivkräften Jamie Vardy oder Riyad Mahrez.

Nach zwei Toren beim 3:1 gegen Manchester City wurde vor allem «Gigant» Huth gefeiert - ein schnoddrig-ehrlicher Kerl, wie sie ihn grundsätzlich mögen in England. Das sollte auch der Bundestrainer tun, meint logischerweise Huths Club-Kollege Christian Fuchs. «Joachim Löw könnte an Robert denken, ja. Er hätte es verdient, ich würde es ihm gönnen», sagte der frühere Schalker Bundesliga-Profi und Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft dem «Kicker».

Wirklich prominente und vor allem neutrale Fürsprecher Huths gibt es bislang noch nicht - auch das ist ein Indiz der die Unwahrscheinlichkeit eines 20. Länderspiel des gebürtigen Berliners. «Jogi Löw setzt ja auf einen anderen Typ in der Innenverteidigung», sagte der frühere Bundestrainer Berti Vogts dem «RedaktionsNetzwerk Deutschland».

Löw selbst sagt zu Personalfragen zwischen den Länderspiel-Terminen wenig bis gar nichts. Von einem aktuellen Hype hat er sich noch nie die Kaderplanung diktieren lassen - weder in der einstigen Dauerdebatte um den Leverkusener Stürmer Stefan Kießling noch bei der sporadisch aufflackernden Diskussion um das Frankfurter Tor-Wunder Alex Meier.

Löw sucht nach systemrelevanten Kräften und da hat Huth wenig zu bieten. Genau deshalb spielte der mittlerweile zum deutschen Profi mit den meisten Premier-League-Einsätzen aufgestiegene Manndecker keine Rolle mehr, als er in den vergangenen Jahren mit deutlich geringerem Teamerfolg und unterbrochen von mancher Verletzung für den FC Middlesbrough und Stoke City kämpfte und grätschte.