Verärgert
Uli Hoeneß ist nicht zufrieden mit der WM-Vergabe.

Uli Hoeneß ist nicht zufrieden mit der WM-Vergabe.

dpa

Uli Hoeneß ist nicht zufrieden mit der WM-Vergabe.

München (dpa) - Uli Hoeneß hat scharfe Kritik am Fußball- Weltverband FIFA geübt. «Es ist ein Skandal, wie dort die Dinge ablaufen.», sagte der Präsident des FC Bayern München.

«Offensichtlich hat heutzutage nur noch eine Bewerbung Erfolg, wenn zusätzlich Zahlungen unter dem Tisch gemacht werden», unterstellte Hoeneß in der «Sport Bild» wegen der Vergabe der Weltmeisterschaften nach Russland und Katar der FIFA Bestechlichkeit. FIFA-Präsident Sepp Blatter und die anderen Verantwortlichen müssten sich langsam die Frage stellen, «ob das alles so weitergehen kann», sagte Hoeneß.

Die negative Außendarstellung der FIFA in der jüngsten Vergangenheit mit Bestechungs-Affären und der umstrittenen Vergabe der WM-Orte 2018 und 2022 haben beim Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters Unbehagen ausgelöst. «Ich kann nur sagen, dass die FIFA derzeit kein Fettnäpfchen auslässt. Ein Skandal jagt den anderen», sagte Hoeneß, der am 5. Januar seinen 59. Geburtstag feierte, «da muss ich sagen, so wird das gute Image des Fußballs kaputt gemacht».

Die von Korruptions-Affären überschattete WM-Vergabe wird auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit Besorgnis verfolgt. Die ethische Bewertung der Fälle liege aber bei der FIFA, stellte IOC-Präsident Jacques Rogge in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» klar: «Wir sind nicht die Weltregierung der Verbände, wir haben nur moralischen Einfluss». Nach der WM-Vergabe habe er nur Russland und Katar gratuliert, so Rogge, «nicht der FIFA».

Hoeneß fordert als Konsequenz aus dem offensichtlichen Mangel an Transparenz beim Weltverband, «dass sich ein Herr Blatter selbst mal in Frage stellt, weil er die Dinge nicht mehr im Griff hat. Aber dann käme nur der nächste FIFA-Vertreter, der keinen Deut besser wäre». Laut Hoeneß müsse bei der FIFA das ganze System überarbeitet werden. Es sei an der Zeit, «dass die starken Verbände aus Deutschland, England, Spanien oder Frankreich da mal kräftig aufräumen».

Von Theo Zwanziger als möglichem Mitglied in der FIFA-Exekutive erwartet Hoeneß, dass der DFB-Präsident dort dominant auftritt und klarstellt, «dass man der größte Zahlmeister ist und auch Forderungen stellen kann. Es darf nicht sein, dass man sich stattdessen von Verbänden wie Trinidad und Tobago vorführen lässt».

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer