David Beckham war in Paris lange als Neuzugang im Gespräch. Foto: Adi Weda
David Beckham war in Paris lange als Neuzugang im Gespräch. Foto: Adi Weda

David Beckham war in Paris lange als Neuzugang im Gespräch. Foto: Adi Weda

dpa

David Beckham war in Paris lange als Neuzugang im Gespräch. Foto: Adi Weda

Paris (dpa) - Frankreichs Fußball-«Neureiche» wedeln mit dem Scheckheft, aber die großen Weltstars kommen einfach nicht.

Nach dem Korb von «Spice-Boy» David Beckham bekamen Paris Saint-Germain und die Clubführung um Scheich Nasser al Khelaifi aus dem reichen Ölstaat Katar nun auch vom Brasilianer Pato eine schmerzhafte Abfuhr. Beide Transfers waren zuvor als sicher gemeldet worden.

Auch der AS Monaco, der im Dezember vom russischen «Dünger-König» Dmitri Rybolowlew gekauft wurde, konnte bisher keine nennenswerten Verstärkungen an Land ziehen. «Eine Schmach. Eine neue Schmach!», bilanzierte die Wochenzeitung «Le Nouvel Observateur», einen Tag vor Beginn der Rückrunde, in der Onlineausgabe.

Dabei hoffen so viele in der «Grande Nation», dass Frankreich auf Clubebene dank der neuen Investitionen aus fernen Ländern endlich die große Lücke zur Premier League, der Primera Division oder der Bundesliga schließen kann. Stars sollen kommen, die veralteten Stadien nicht nur mit Blick auf die EM 2016 auf Vordermann gebracht werden. Damit sollen auch die Fans endlich wieder in die Stadien gelockt werden. Mit einem Schnitt von 18 000 Zuschauern liegt die Ligue 1 nämlich auch in dem Punkt deutlich hinter Deutschland (ca. 45 000), England (32 000) oder Spanien (31 000).

Kritiker, die die exotischen Investoren mit Skepsis betrachten, sind in der Minderheit. Die meisten freuen sich. «Warum sollen wir uns immer moralischer verhalten als die anderen?», fragte Ex-Nationaltrainer Raymond Domenech:und gab auch gleich seine Antwort: «Wenn wir einen französischen Club in Europa ganz oben und als Champions-Sieger sehen wollen, müssen wir sie (die Investoren) akzeptieren. Wenn nicht, spielen wir nur unter uns, unsere kleine Meisterschaft, und alle sind zufrieden.» Dass Paris in Europa nicht Spitze sei, sei «überhaupt nicht normal».

PSG wirft unterdessen noch nicht das Handtuch. Am Donnerstag wurde die Verpflichtung des brasilianischen Außenverteidigers Maxwell vom FC Barcelona gemeldet. Aber der neue Coach Carlo Ancelotti aus Italien fordert noch mindestens einen Klassestürmer. Dass der bitter nötig ist, zeigte sich beim offiziellen Debüt Ancelottis auf der Bank der Pariser am vergangenen Wochenende, als PSG den Fünfligist Locminé im Pokal nur in der letzten Minute der Verlängerung (2:1) bezwingen konnte.

Obwohl im Sommer bereits knapp 90 Millionen Euro für Verstärkungen ausgegeben und unter anderen der Argentinier Javier Pastore und die französischen Nationalspieler Jérémy Ménez und Kevim Gameiro geholt worden waren, schied PSG in der Europa League und dem Ligapokal aus.

Zwar wurde erstmals nach 1996 die Herbstmeisterschaft gesichert, aber den Scheichs war das nicht genug, Coach Antoine Kombouaré schickten sie in die Wüste. Nach der Absage Patos steht nun das argentinische «Enfant terrible» Argentinier Carlos Tevez, der bei Manchester City unter Coach Roberto Mancini nicht mehr spielen will, ganz oben auf der Wunschliste. Auch die Brasilianer Kaká (Real Madrid) und Leandro Damiao (Internacional Porto Alegre) werden umworben.

In Monaco will Rybolowlew 200 Millionen Euro investieren. Die Zeit drängt, denn nach dem Abstieg 2011 droht dem siebenfachen Champion als Ligue-2-Schlusslicht nun der Sturz in die Drittklassigkeit.

In Paris ist der Druck beim Meister der Jahre 1986 und 1994 nicht minder groß. Der Uruguayer Diego Lugano gab vor dem Heimduell gegen Toulouse zu: «Alles andere als der Titel wäre eine Enttäuschung.» Die Starjagd geht voller Eifer weiter. Aber «Le Nouvel Observateur» fragt ketzerisch: «Was, wenn PSG für einen Star einfach keine so große Herausforderung ist?»

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