FIFA-Funktionäre
Jerome Valcke (l) und FIFA-Präsident Joseph Blatter bei einer Pressekonferenz.

Jerome Valcke (l) und FIFA-Präsident Joseph Blatter bei einer Pressekonferenz.

dpa

Jerome Valcke (l) und FIFA-Präsident Joseph Blatter bei einer Pressekonferenz.

Abu Dhabi (dpa) - Der Fußball-Weltverband schließt eine Winter-Weltmeisterschaft 2022 in Katar nicht mehr grundsätzlich aus. FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke bezeichnete dies am Rande der Club-WM in Abu Dhabi als eine Möglichkeit.

«Warum nicht? Das bedeutet, dass man die Weltmeisterschaften auch für Länder öffnet, in denen man nicht im Juni oder Juli spielen kann, weil es nicht die richtige Zeit dafür ist», sagte der Franzose in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. «Damit könnten Länder eine WM-Endrunde in der Zeit ausrichten, in der in Europa Winter ist, in der übrigen Welt aber nicht.»

Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter, der sich bezüglich einer Winter-WM bislang eher skeptisch geäußert hatte, wollte eine Terminverschiebung nicht mehr grundsätzlich ausschließen. «Die Aufgabe der FIFA ist es, eine Weltmeisterschaft auszurichten, die die Spieler schützt», sagte Blatter. Daher nehme sein Verband entsprechende Ratschläge zur Kenntnis. «Wir werden uns das anschauen und die richtige Entscheidung treffen.»

Valcke betonte, eine Winter-WM sei «nicht so leicht», weil dafür der internationale Spielkalender verändert werden und das Einverständnis der nationalen Ligen und Verbände eingeholt werden müsste. «Man kann nicht einfach so entscheiden, das Turnier zu verlegen», sagte Valcke. «Es bedeutet, dass man Beginn und Ende des Ligen-Betriebs komplett verändern muss, vor allem in Europa. Im Rest der Welt wird dies weniger schwierig sein.»

Einige deutsche Funktionäre haben bereits ihre Zustimmung zu einer Kalenderreform signalisiert. Ligaverbands-Chef Reinhard Rauball hatte bereits unmittelbar nach der Vergabe der WM 2022 an Katar erklärt: «Es sollte ab sofort geprüft werden, unter welchen sportlichen Bedingungen eine WM in Katar am besten möglich ist. Für eine WM im Winter wäre eine Veränderung des weltweiten Rahmenterminkalenders nötig. Angesichts des langen zeitlichen Vorlaufs ist dies sicher nicht ausgeschlossen.»

Die FIFA hatte vor zwölf Tagen die WM 2022 nach Katar vergeben, obwohl am Persischen Golf in den Sommermonaten Temperaturen von weit mehr als 40 Grad herrschen, die die Gesundheit von Spielern und Fans gefährden. Daraufhin hatten unter anderem Franz Beckenbauer und UEFA-Präsident Michel Platini die Forderung nach einer Verlegung der WM in zwölf Jahren aus der heißen Jahreszeit in den Winter erhoben.

Nach Valckes Worten hat Katar bisher nicht wegen einer möglichen Verlegung des Turniers bei der FIFA angefragt. Die Verantwortlichen hätten sich bisher auch nicht öffentlich erklärt, ob sie einem solchen Vorschlag zustimmen würden. Katar hatte nach dem WM-Zuschlag allerdings zugesagt, alle Stadien und Trainingsplätze während der WM mit Klimaanlagen herunterzukühlen zu wollen. FIFA-Präsident Joseph Blatter stattete dem kommenden Gastgeberland im Mittleren Osten am 16. Dezember den ersten Besuch seit der WM-Vergabe ab.

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