Frustriert
Alex Ferguson musste verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten. Foto: Peter Klaunzer

Alex Ferguson musste verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten. Foto: Peter Klaunzer

dpa

Alex Ferguson musste verletzungsbedingt auf einige Spieler verzichten. Foto: Peter Klaunzer

London (dpa) - Manchester United hat die nächste Titelchance verspielt. Ohne seinen angeschlagenen Stürmer-Star Wayne Rooney unterlag der elffache Pokalchampion im Topspiel der vierten FA-Cup-Runde beim Erzrivalen FC Liverpool 1:2 (1:1).

Der FC Chelsea, der den englischen Fußball-Pokal in den vergangenen fünf Jahren drei Mal gewonnen hat, kämpfte sich mühevoll mit einem 1:0 (0:0) im 50. West-Londoner Derby gegen die Queens Park Rangers ins Achtelfinale. Beide Spiele fanden wegen hässlicher Vorfälle in den jeweiligen Premier-League-Duellen unter verschärften Sicherheitsbedingungen statt.

Überraschend ausgeschieden ist Newcastle United. Die Magpies verloren ohne ihren Neuzugang Papiss Demba Cissé, der noch beim Africa-Cup ist, bei Zweitligist Brighton & Hove Albion blamabel durch ein Eigentor mit 0:1. Für Stoke City traf Ex-Nationalspieler Robert Huth zum 2:0-Endstand gegen das ebenfalls zweitklassige Derby County. Bei Swansea Citys 1:2 gegen die Bolton Wanderers unterlief dem früheren Bundesliga-Torhüter Gerhard Tremmel ein Fehler vor dem 1:2.

«Wir haben das Spiel dominiert und hatten nicht verdient, zu verlieren. Welch frustrierender Samstag», sagte Manchesters Coach Alex Ferguson verärgert. United, das weiter auf seinen ersten FA-Cup-Titel seit 2004 wartet, trat verletzungsgeschwächt an. Neben Rio Ferdinand, Phil Jones und Nani fiel auch noch Rooney (Knöchelverletzung) aus.

Im 184. Klassiker zwischen den Reds und den Red Devils hatte der dänische Verteidiger Daniel Agger per Kopf (21.) Liverpool in Führung gebracht. ManU bekam das Spiel danach besser in den Griff und schaffte durch Ji-Sung Park (39.) den Ausgleich. Doch der eingewechselte Dirk Kuyt (88.) versetzte United den K.o. Liverpool krönte damit eine «fantastische Woche» (Coach Kenny Dalglish), nachdem am Mittwoch gegen Manchester City bereits der Finaleinzug im Liga-Pokal gelungen war.

Die Clubs gingen betont fair miteinander um und hatten vorab Appelle an die Anhänger gerichtet. In dem Premier-League-Spiel im Oktober soll Liverpools Luis Suárez Manchesters Verteidiger Patrice Evra rassistisch beleidigt haben. Auch Chelsea-Spielführer John Terry soll im Liga-Spiel gegen die Queens Park Rangers Verteidiger Anton Ferdinand rassistisch beschimpft haben. Terry steht deswegen an diesem Mittwoch vor Gericht.

Chelseas 1:0-Siegtreffer durch Juan Mata per Foulelfmeter (62.) geriet so geradezu zur Nebensache. Am Freitag war ein an Ferdinand adressierter Drohbrief bei QPR eingegangen. In den englischen Medien war befürchtet worden, dass Ferdinand den Handschlag des englischen Nationalmannschaftskapitäns verweigern oder gar das ganze Rangers-Team dies tun könnte. Deshalb hatte der Fußballverband FA den traditionellen Handschlag der Teams abgesagt, um «weitere Spannungen zu verhindern».

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