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Nach der Absturztragödie ist der AF Chapecoense zum Titelträger der Copa Sudamericana ernannt worden. Foto: Luis Eduardo Noriega A.

Nach der Absturztragödie ist der AF Chapecoense zum Titelträger der Copa Sudamericana ernannt worden. Foto: Luis Eduardo Noriega A.

dpa

Nach der Absturztragödie ist der AF Chapecoense zum Titelträger der Copa Sudamericana ernannt worden. Foto: Luis Eduardo Noriega A.

Asunción (dpa) - Nach der Absturztragödie in Kolumbien und dem Tod fast der kompletten Mannschaft ist der brasilianische Fußballverein AF Chapecoense zum Titelträger des diesjährigen Südamerika-Cups, der Copa Sudamericana, ernannt worden.

Das teilte der südamerikanische Fußballverband Conmebol mit. Damit wurde einem Antrag des Finalgegners Atlético Nacional Medellín stattgegeben. Dieser erhalte für diese besondere Form des Fair Play eine Prämie von einer Million Dollar. Chapecoense bekommt zwei Millionen Dollar Preisgeld.

Bei dem Flugzeugabsturz auf dem Weg zum Finalhinspiel in Medellín starben 71 Menschen, darunter 19 Fußballer. Sechs Menschen überlebten. Die Absturzursache war Treibstoffmangel.

Wie der Vizepräsident von Chapecoense, Ivan Tozzo, mitteilte, soll es Anfang 2017 zudem ein Benefizspiel zwischen Brasilien und Kolumbien geben, dessen Einnahmen von rund 5 Millionen Reais (1,35 Mio. Euro) dem Club zugute kommen sollen. Wie Tozzo dem Portal «O Globo» zufolge sagte, hat der Club, der vor der Katastrophe 5000 Mitglieder hatte, inzwischen 24 000 Mitglieder, zudem gibt es 50 000 weitere Anträge auf Mitgliedschaft. Eigentlich stünde kommenden Sonntag noch das letze Saisonspiel in Brasiliens Serie A gegen Atlético Mineiro aus Belo Horizonte an, dieses werde allerdings definitiv nicht stattfinden, berichtete Tozzo.

Im Vorjahr gewann Santa Fe aus Bogotá in Kolumbien den Titel, davor River Plate aus Buenos Aires in Argentinien. Nach der Copa Libertadores ist es der wichtigste Vereinstitel im südamerikanischen Fußball, vergleichbar mit dem Europa-League-Titel in Europa.

Am Samstag waren die Särge mit den Leichen von Spielern, Trainern und Betreuern in der südbrasilianischen Stadt Chapecó angekommen, im Stadion gedachten rund 20 000 Menschen bei strömendem Regen der Toten. Der 1973 gegründete Verein stammt aus einer Region, der stark von Einwanderern aus Deutschland und Italien geprägt ist.

2009 spielte «Chape» noch in der vierten Liga, danach legte der Club einen rasanten Aufstieg hin. 2014 gelang der Sprung in die erste brasilianische Liga, die Serie A. Der Einzug ins Finale der Copa Sudamericana war der bisher größte Erfolg - zuvor waren das fünf Titel im regionalen Wettbewerb Campeonato Catarinense.

Einer der bekanntesten früheren Spieler des Vereins ist der Deutsch-Brasilianer Paulo Rink, der 1995 für «Chape» spielte. Er war später bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga unter Vertrag und wurde deutscher Nationalspieler.

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