Antonio Conte
Antonio Conte war sichtlich überrascht vom Auftritt seiner Mannschaft. Foto: Adam Davy

Antonio Conte war sichtlich überrascht vom Auftritt seiner Mannschaft. Foto: Adam Davy

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Antonio Conte war sichtlich überrascht vom Auftritt seiner Mannschaft. Foto: Adam Davy

London (dpa) - Chelsea-Trainer Antonio Conte stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Nach dem Ende der langen Siegesserie seines Teams beim 0:2 gegen die Tottenham Hotspurs räumte der 47-jährige Italiener aber eine gewisse Vorahnung ein:

«Wir wussten vorher, dass diese Niederlage passieren konnte», bestätigte er in der Pressekonferenz. «Es ist sehr schade, dass die Serie vorbei ist, aber Tottenham hat vergangene Saison um den Titel gekämpft. Das können sie auch in diesem Jahr.» Zumal die Mannschaft von Mauricio Pochettino zuhause bisher kein Spiel verloren hat.

Britische Medien sehen trotz der Niederlage den FC Chelsea nach wie vor als Topanwärter auf den Premier-League-Titel. «Auch wenn die Serie zu Ende ist, dieses Team ist voll ausgerüstet, um im Titelrennen ans Ziel zu gelangen», schrieb «BBC Sport» am Donnerstag. Chelsea müsse nun zeigen, dass es «keinen Kater von dieser Niederlage» gebe, merkte der «Daily Telegraph» an und stellte gleichzeitig fest: «Ihre Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen, werden von diesem vorhersehbaren Ausrutscher kaum geschmälert.»

Für die Entscheidung im 50. Premier-League-Duell beider Vereine hatte Englands Nationalspieler Dele Alli mit seinen beiden Kopfball-Toren (45.+1, 54.) fast im Alleingang gesorgt. Der 20-Jährige hat damit in den letzten vier Ligaspielen sieben Tore - darunter drei Doppelpacks - erzielt.

Dass die Spurs damit nun im Titelrennen mitmischen, ist für Chelsea angesichts der starken Konkurrenz, zu der inzwischen auch Manchester United zählt, nebensächlich. Doch die Niederlage beim Lokalrivalen tat schon weh. Jahrzehntelang war Tottenham für Chelsea Punktelieferant. Seit 2006 konnten die Blues an der White Hart Lane aber nur einmal gewinnen. Mit dem ersten Erfolg dort seit über vier Jahren hätte Chelsea einen neuen Liga-Rekord aufgestellt - 14 Siege hintereinander innerhalb einer Saison gab es in England noch nie. «Wir sind enttäuscht, aber wir müssen auch froh sein über die 13 Siege in Serie», sagte Conte. «Das ist in dieser Liga nicht leicht.»

Die letzte Niederlage in der Premier League hatte Chelsea am 16. September im eigenen Stadion gegen den FC Liverpool kassiert. Zwischen dem 1:2 gegen die Reds und dem 0:2 bei den Spurs liegen allerdings Welten. «Damals waren wir noch kein Team», merkte Conte an. «Heute Abend waren wir ein starkes Team, und das ist wichtig.» Der Coach blickte bereits nach vorn und gab sich kämpferisch. «Wir müssen weiter arbeiten und uns verbessern, das ist normal», sagte er und zeigte sich zuversichtlich: «Wir werden uns verbessern.»

Am Wochenende steht Chelsea im FA Cup gegen den Drittligisten Peterborough United eine Pflichtaufgabe bevor. Danach hat der Tabellenführer beim kriselnden Meister Leicester City den nächsten Dreier im Visier - und den Start einer neuen Siegesserie.

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