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Junge Fans der Nationalmannschaft von Katar feuern ihr Team an.

Junge Fans der Nationalmannschaft von Katar feuern ihr Team an.

dpa

Junge Fans der Nationalmannschaft von Katar feuern ihr Team an.

Doha (dpa) - Ein paar Fahnen mit dem Aufdruck «Asien Cup» wehen hier und da in den Straßen von Doha. Aber Menschen in bunten Nationaltrikots? Autokorsos? Feiernde Fußball-Fans? Fehlanzeige. Beim wichtigsten Fußball-Turnier in Asien probt das Emirat Katar seine Rolle als WM-Gastgeber 2022.

Nach der Vorrunde ist klar: Es gibt noch viel zu tun, es ist aber auch noch reichlich Zeit. «Die WM ist ein ganz anderes Turnier, das kann man gar nicht vergleichen. Wenn 32 Mannschaften aus aller Welt hier sind, ist das ein ganz anderer Rahmen», sagte der deutsche Trainer Holger Osieck, der mit Australien im Viertelfinale am 22. Januar auf den von Wolfgang Sidka betreuten Irak trifft. Der ehemalige Assistent von Franz Beckenbauer zollte den Gastgebern Lob für Trainingsplätze, Hotels, Verpflegung. «Soweit kann ich nichts Negatives sagen», betonte Osieck. Dass Katar in der Lage ist, eine Fußball-WM in elf Jahren zu organisieren, bezweifelt tatsächlich kaum jemand.

Die Frage ist vielmehr, ob es gelingt, Fußball-Euphorie in dem kleinen Wüstenstaat zu entfachen - und zwar unabhängig davon, ob im Sommer oder im Winter gespielt wird. «Das Potenzial ist da, die Leute für den Fußball zu begeistern», sagte Turnierdirektor Tokuaki Suzuki.

Im Moment ist davon noch wenig zu spüren. Die Stadien waren in der Vorrunde oft halbleer, keine Partie war ausverkauft. Selbst im nur 12 000 Zuschauer fassenden Qatar SC Stadion waren freie Plätze zu finden. Bei der Partie zwischen Japan und Saudi-Arabien wurde die offizielle Zuschauerzahl mit 2000 angegeben - im Stadion waren aber nicht mehr als 600 Menschen. Ein Vertreter aus dem Turnierstab erklärte die Diskrepanz damit, dass die Zahlen auf Grundlage der verkauften Tickets ermittelt werden - offenbar kommt aber nicht jeder ins Stadion, der sich auch eine Karte gekauft hat.

All das kann dem Weltverband nicht gefallen. Nach der umstrittenen WM-Vergabe an den reichen Ölstaat im Dezember hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter den Asien Cup als ersten kleinen Test bezeichnet. Selbst bei der Gala zur Ehrung der Weltfußballer vor zehn Tagen verteidigte der Schweizer erneut die Wahl der WM-Gastgeber 2018 (Russland) und 2022. «Wir öffnen uns neuen Regionen», sagte er.

In der Region am Golf fehlen für eine Weltmeisterschaft noch Stadien und Hotels, die Scheichs können aber bislang mit einem reibungslosen Ablauf punkten. «Von diesem Turnier kann Katar viel lernen für internationale Wettbewerbe», sagte Suzuki der Nachrichtenagentur dpa in Doha. Irak-Coach Sidka ist ebenfalls von einem erfolgreichen Turnier in elf Jahren überzeugt: «Man kann sehen, dass alles perfekt organisiert ist. Und so wird es 2022 auch sein.»

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