Allüren
Real Madrids Trainer Jose Mourinho ist immer für eine Schlagzeile gut.

Real Madrids Trainer Jose Mourinho ist immer für eine Schlagzeile gut.

dpa

Real Madrids Trainer Jose Mourinho ist immer für eine Schlagzeile gut.

Madrid (dpa) - Jubel um Cristiano Ronaldo, Freude über das Comeback des Langzeit-Verletzten Kaká und Ärger um Trainer José Mourinho: Der 4:2 (2:2)-Sieg von Real Madrid im Spitzenspiel der spanischen Fußball-Liga über den FC Villarreal hatte viele Gesichter.

Real-Coach Mourinho feierte in der hektischen Schlussphase der Partie im Bernabéu-Stadion einen Torerfolg der «Königlichen» ausgerechnet direkt vor der Trainerbank der Gäste. Die Ersatzspieler und Betreuer des Tabellendritten der Primera División empfanden die Jubelschreie des Portugiesen als eine Provokation. Villarreals zuvor ausgewechselter Stürmer Dani schleuderte Mourinho wütend eine Wasserflasche vor die Füße und erhielt dafür die Rote Karte. Die Polizei musste anrücken, um die Gemüter zu beschwichtigen. Der Real-Trainer wollte nach dem Abpfiff von einer Provokation nichts wissen und gab sich als der ewig Missverstandene. «Was immer ich tue, alles wird negativ gesehen», beklagte sich der Trainer.

Sein Freudentanz habe einzig und allein seinem Sohn gegolten, und dieser habe ausgerechnet hinter der Trainerbank von Villarreal auf der Tribüne gesessen, beteuerte der Coach. «Ich schwöre bei meinem Sohn, dass ich das Tor mit ihm feiern wollte.» Der Treffer, der Mourinho so in Verzückung versetzt hatte, ging auf das Konto von Kaká. Der Brasilianer, der Real eine Ablöse von 65 Millionen Euro gekostet hatte und nach Leisten- und Knieverletzungen erstmals seit acht Monaten wieder im Bernabéu-Stadion zum Einsatz kam, erzielte in der 82. Minute das Tor zum 4:2-Endstand.

Zuvor hatte Cristiano Ronaldo mit einem Dreierpack (9./45./79.) für die Madrilenen ein Spiel aus dem Feuer gerissen, in dem der Rekordmeister zeitweise mit dem Rücken zur Wand gestanden hatte. Dani (7.) und Marco Ruben (18.) hatten Villarreal zweimal in Führung geschossen. Das Sportblatt «Marca» schwärmte von der Show des Portugiesen: «CR7 ist der Di Stéfano des 21. Jahrhunderts.» Ronaldo kommt nach 18 Spieltagen auf 22 Treffer, die höchste Marke in der Vereinsgeschichte. Den bisherigen Rekord zu diesem Saisonzeitpunkt hatte Ferenc Puskas 1960/61 mit 21 Toren aufgestellt.

Der deutsche Nationalspieler Mesut Özil lieferte die Vorlage zum ersten Real-Treffer. Der Ex-Bremer spielte trotz des Einsatzes von Kaká 90 Minuten durch. Der frühere Stuttgarter Sami Khedira wurde in der Halbzeit eingewechselt und musste auf der ungewohnten Position des Innenverteidigers aushelfen.

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