Hedgefonds investiert 61,2 Millionen Euro bei den Berlinern.

Bundesliga
Herthas Finanzchef Ingo Schiller freut sich über den Deal.

Herthas Finanzchef Ingo Schiller freut sich über den Deal.

dpa

Herthas Finanzchef Ingo Schiller freut sich über den Deal.

Berlin. Das Grinsen wollten die Berliner Verantwortlichen gar nicht erst verbergen. Fußball-Bundesligist Hertha BSC, den bisher Verbindlichkeiten von rund 37 Millionen Euro arg zu schaffen machten, feierte einen 61,2-Millionen-Euro-Deal mit dem US-Finanzinvestor KKR als „bahnbrechende Vereinbarung für die Zukunft“ des Clubs. „Die finanzielle Verfassung ist ab heute nicht mehr zu vergleichen mit der, die wir gestern hatten“, verkündete Vereins-Präsident Werner Gegenbauer gestern stolz. Mit der Vereinbarung sei „ein Meilenstein für Hertha BSC gesetzt“, ergänzte der Clubchef.

Der Investor erwirbt 9,7 Prozent der Profiabteilung

Die Kohlberg Kravis Roberts (KKR) erwirbt mit rund 21 Millionen Euro 9,7 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Dazu investiert die US-Beteiligungsgesellschaft rund 40 Millionen Euro in „andere Komponenten“, erklärte Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller, ohne diesen Teil näher erläutern zu wollen. Aus der Laufzeit der Investitionen von mindestens sieben Jahre ergebe sich vor allem eine „langfristige Planungssicherheit“, ergänzte Schiller.

Mit dem Geld des Investors will Hertha zunächst „sämtliche Verbindlichkeiten tilgen“. Zudem sollen Rechte zurückgekauft werden, die der Verein in den vergangenen Jahren veräußert hatte, etwa im Catering.

Sportdirektor Michael Preetz machte aber deutlich, dass die Strategie des Clubs, sich auf den eigenen Nachwuchs zu verlassen, nicht ändert. „Es braucht niemand zu glauben, dass wir im Sommer in der Lage sein werden, Transfers in astronomischen Größen zu tätigen“, unterstrich Preetz.

Das Private-Equity-Unternehmen KKR hatte nach eigenen Angaben im September 2013 Anlagen im Wert von 90,2 Milliarden Dollar (66,8 Milliarden Euro) verwaltet. Bei Hertha hat KKR die Möglichkeit, seinen Anteil auf 33,3 Prozent aufzustocken. Der New Yorker Finanzinvestor gehört zu den ältesten, größten und umtriebigsten Firmenjägern der Welt.

Hertha hat keine Bedenken und sieht gute Renditechancen für die KKR. „Die zentrale Perspektive ist Wachstum. Wenn Hertha BSC an Wert gewinnt, gewinnt auch der Partner“, sagte Herthas Finanzchef Schiller. Der Investor werde nicht werben. Ein Vertreter von KKR sitzt neu im Hertha-Aufsichtsrat. Die Geschäftsführung aber bleibe „völlig frei in wirtschaftlichen und sportlichen Entscheidungen“, ergänzte Schiller.

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