Wettskandal
Der Fußball-Wettskandal wird vor dem Landgericht in Bochum verhandelt.

Der Fußball-Wettskandal wird vor dem Landgericht in Bochum verhandelt.

dpa

Der Fußball-Wettskandal wird vor dem Landgericht in Bochum verhandelt.

Bochum (dpa) - Geheime Konten, millionenschwere Geldverstecke: Selbst die Führungsriege der Fußball-Wettbetrüger war offenbar voller Misstrauen.

Der in Bochum angeklagte Tuna A. zeigte sich schockiert, dass sein ehemaliger Wettpartner Marijo C. angeblich 3,6 Millionen Euro in Kroatien deponiert hatte. Staatsanwalt Andreas Bachmann wollte entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel nicht kommentieren. Auf die Frage, ob das Auslandskonto tatsächlich existiert hat, sagte der Ankläger: «Dazu gibt es im Prozess keine Antwort.»

Tuna A. hatte Marijo C. offenbar als weitgehend mittellos eingestuft. Er will für über hunderttausend Euro Schulden gebürgt haben, die Marijo C. für die geplante Übernahme des belgischen Zweitligisten Royal Namur bezahlt haben soll. «Ich kann das nicht glauben», sagte Tuna A. am Rande des Prozesses vor dem Bochumer Landgericht. Großes Vermögen habe nämlich eigentlich niemand angehäuft. «Wir haben uns keine Häuser und keine Autos gekauft - das Geld wurde immer wieder genommen und verloren.»

Mit einem schnellen Ende des ersten Wettskandal-Prozesses am Bochumer Landgericht ist nicht mehr zu rechnen. Die Richter haben nun damit begonnen, abgehörte Telefonate zu durchforsten. Hintergrund sind angebliche Lücken in den Aussagen der vier Angeklagten. «Wir müssen Aufklärung leisten und können nicht alles im Vagen lassen», sagte Richter Carsten Schwadrat. Auch mit den Geständnissen der beiden Hauptangeklagten Nürettin G. und Tuna A. komme man bislang nicht aus.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in die Manipulation von 32 Fußballspielen verstrickt gewesen zu sein. Der Prozess wird am Donnerstag, 3. März, fortgesetzt.

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